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Fast 900 neue Sterbefälle Brasilien meldet Höchstwert bei Corona-Toten

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Brasilien steht bei den Infektionen inzwischen an siebter Stelle nach den USA, Russland, Spanien, Großbritannien, Italien und Frankreich.

(Foto: dpa)

In Brasilien wächst die Sorge, dass es deutlich mehr Infektionsfälle geben könnte als bisher angenommen. Zudem schnellt die Zahl der Corona-Toten in die Höhe. Präsident Bolsonaro steht zudem in der Kritik, die Krise in seinem Land herunterzuspielen.

Die Corona-Krise wirkt sich in Brasilien immer verheerender aus: Die Behörden meldeten eine Rekordzahl von 881 neuen Todesfällen binnen 24 Stunden. Bislang starben damit nach offiziellen Angaben 12.400 Menschen an den Folgen der Viruserkrankung. Bei der Gesamtzahl der Infektionen überrundete Brasilien inzwischen Deutschland. Einer neuen Studie zufolge breitet sich das Virus schon länger als bisher angenommen in dem südamerikanischen Land aus.

Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in Brasilien stieg bis Dienstag um weitere 9258 auf insgesamt 177.589. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin gab die Zahl der in Deutschland infizierten Menschen mit 171.306 an, die in Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 173.171 Infizierte. Damit steht Brasilien bei den Infektionen inzwischen an siebter Stelle nach den USA, Russland, Spanien, Großbritannien, Italien und Frankreich.

Das Virus Sars-CoV-2 hat sich laut der wissenschaftlichen Untersuchung in Südamerikas größtem Land bereits vor dem diesjährigen Karneval ausgebreitet - und damit noch vor der erstmaligen Veröffentlichung eines Ansteckungsfalls im Land. Die Ausbreitung habe etwa in der ersten Februarwoche begonnen, heißt es in einer Studie der Stiftung Oswaldo Cruz, dem führenden Gesundheitsinstitut des Landes.

Die Verbreitung des Erregers begann demnach mehr als 20 Tage bevor erstmals in dem Land bei einem Rückkehrer aus Italien die Infektion diagnostiziert worden war. Sein Fall war erst kurz nach dem Karneval bekannt gemacht worden. Die Untersuchung der Stiftung Oswaldo Cruz beruht auf der Analyse von Statistiken. Dabei berechneten die Forscher auf der Basis der Corona-Totenzahlen den Zeitraum der frühen Verbreitung des Virus im Land.

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Die Studie lässt die Sorge wachsen, dass es in Brasilien deutlich mehr Infektionsfälle geben könnte als in den offiziellen Statistiken verzeichnet. Der Karneval bringt in Brasilien jedes Jahr Millionen von Menschen zum ausschweifenden Feiern auf die Straßen und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in dem Land. Schon vor der Veröffentlichung der Studie gingen Experten von einer hohen Dunkelziffer bei den Ansteckungen aus, da das Land nicht über ausreichende Ressourcen für Tests verfügt.

Dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wird vorgeworfen, die Corona-Krise in seinem Land herunterzuspielen. Die von dem Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 bezeichnete der rechtsradikale Staatschef in der Vergangenheit als "kleine Grippe" - die von den Bundesstaaten verhängten Corona-Restriktionen kritisiert er immer wieder massiv wegen ihrer negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Der Staatschef steht derzeit wegen seines Umgangs mit der Corona-Pandemie stark unter Druck. Einer neuen Umfrage des Instituts MDA zufolge lehnen inzwischen 55,4 Prozent der Brasilianer die Politik des Präsidenten ab. 67 Prozent befürworten die von den Gouverneuren verhängten Beschränkungen.

Quelle: ntv.de, mba/AFP