Panorama

Deutlich mehr Corona-Infizierte Briten bereiten sich auf 100.000 Tote vor

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Händewaschen kann helfen: Premierminister Boris Johnson macht es vor.

(Foto: imago images/Xinhua)

Noch zeigt sich der britische Premierminister ruhig. Allerdings bereitet sich seine Regierung einem Medienbericht zufolge auf Zehntausende Tote vor. In den vergangenen Tagen steigt die Zahl der Infizierten sprunghaft.

Die britische Regierung macht sich auf das Schlimmste gefasst. Wie die "Sunday Times" berichtet, könnte das Coronavirus nach Schätzung von Beamten rund 100.000 Opfer fordern. Die Zeitung beruft sich dabei auf anonyme Quellen.

"Die geschätzte Zahl der Toten liegt bei rund 100.000", sagte dem Bericht zufolge ein Beamter, der an der Krisenplanung beteiligt war. Dies sei die Zahl, von der Experten ausgingen. Sie schließt auch diejenigen ein, die ansonsten an der Grippe sterben würden - in den letzten fünf Jahren waren es durchschnittlich 17.000.

Ein Kabinettsminister bestätigte, dass Experten die Zahl von 100.000 Todesfällen als "ungefähr richtig" einstuften. Auch Downing Street bestritt die Ziffer nicht. Zuvor war das Worst-Case-Szenario in Großbritannien sogar noch von 500.000 Toten ausgegangen - für den Fall, dass 80 Prozent der Bevölkerung infiziert würden.

Premierminister Boris Johnson wird am Montag eine Krisensitzung zum Coronavirus leiten. Bei dieser könnte die Regierung  verschiedene Maßnahmen empfehlen - unter anderem, dass mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten und weniger öffentliche Versammlungen stattfinden.

Tausende getestet, zwei Menschen starben

Die Zahl der Infektionen in Großbritannien stieg unterdessen sprunghaft auf 273. Am Samstag waren es noch 209 Infizierte, wie das Gesundheitsamt mitteilte. Mehr als 23.5000 Menschen wurden bislang getestet, zwei starben an der Krankheit.

Großbritanniens Parlamentspräsident Lindsay Hoyle brachte Medienberichten zufolge bereits eine Schließung des Parlaments ins Spiel. Sollten Abgeordnete, Mitglieder des Oberhauses, Rechercheure, Amtspersonen oder Angestellte mit Covid-19 diagnostiziert worden sein, könne dies bis September geschlossen werden.

Großbritannien legt am Mittwoch seinen ersten Haushaltsplan seit dem Brexit vor, der auch von den Auswirkungen der Coronavirus-Krise überschattet wird. Die Veröffentlichung der großen Infrastruktur-Pläne bis zum Jahr 2050 wurde bereits verschoben.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

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