Panorama

Corona-Mutation bereitet Sorge Briten kämpfen für Astrazeneca-Impfstoff

Eine ernüchternde Studie bewegt Südafrika am Wochenende dazu, vorerst auf den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca zu verzichten. Hintergrund ist dessen vermeintlich schlechtere Wirksamkeit bei der Virus-Mutation B.1.351. Die britische Regierung kann den Schritt nicht nachvollziehen.

Die britische Regierung gibt dem Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca nach dem gestoppten Einsatz in Südafrika Rückendeckung. "Es gibt keine Beweise dafür, dass dieser Impfstoff nicht in der Lage ist, Krankenhausaufenthalte sowie schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verhindern", sagte der britische Gesundheits-Staatssekretär Edward Argar dem Sender "Sky". Und das sei es letztlich, was man von den Impfstoffen erwarte.

In einem Gastbeitrag für den "Telegraph" schrieb zudem der britische Impf-Staatssekretär Nadhim Zahawi, gegen die bislang in Großbritannien vorherrschenden Varianten seien sowohl das Vakzin von Biontech und Pfizer als auch das von Astrazeneca offenbar wirksam. Auch Zahawi geht davon aus, dass der Astrazeneca-Impfstoff zumindest vor schweren Verläufen bei einer Infektion mit der südafrikanischen Variante schützt. "Ein Impfstoff mit verminderter Wirksamkeit bei der Verhinderung von Infektionen kann trotzdem eine gute Wirksamkeit bei der Vermeidung schwerer Verläufe, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen aufweisen", betonte er.

Die Universität Oxford hatte am Sonntag eine Studie veröffentlicht, wonach der Astrazeneca-Impfstoff nur sehr vermindert vor leichten und moderaten Verläufen bei einer Infektion mit der südafrikanischen Coronavirus-Variante B.1.351 schützt. Keine Aussage trafen die Forscher über schwere Verläufe. Südafrika hatte daraufhin angekündigt, den Einsatz des Vakzins bei seiner Impfkampagne auf Eis zu legen. Die Regierung will nun erst Beratungen von Wissenschaftlern abwarten, wie man in dem Land am besten vorgehen solle.

In Teilen Großbritanniens ist inzwischen die Coronavirus-Variante B.1.1.7 vorherrschend. Gegen diese Mutation soll der Impfstoff von Astrazeneca aber ähnlich wirksam sein wie gegen die bisher vorherrschende Variante. Die Südafrika-Variante wurde in Großbritannien bislang nur in einer begrenzten Zahl von Fällen nachgewiesen. Die neuen Varianten gelten als ansteckender und sorgen derzeit vielerorts für Beunruhigung. Astrazeneca zufolge soll der Impfstoff nun an die südafrikanische Variante angepasst werden und könnte in dieser Form bis Herbst bereitstehen.

Quelle: ntv.de, fzö/rts/dpa

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