Panorama

Sohn mit nach Syrien genommen Bundesanwaltschaft: IS-Rückkehrerin angeklagt

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Seit Oktober 2020 befindet sich Verena M. in Untersuchungshaft, jetzt erfolgt die Anklage am OLG Düsseldorf.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ende Januar erhebt die Bundesanwaltschaft Anklage gegen eine deutsche IS-Verbündete. Wenige Wochen später soll sich nun eine weitere IS-Rückkehrerin vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Verletzung der Fürsorgepflicht und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Die Bundesanwaltschaft hat am Oberlandesgericht Düsseldorf Anklage gegen eine weitere mutmaßliche IS-Rückkehrerin erhoben. Verena M. soll zusammen mit ihrem minderjährigen Sohn gegen den Willen des Kindsvaters im Sommer 2015 zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nach Syrien gereist sein, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Auf Befehl des IS sei sie dann in die damals von den Islamisten kontrollierte irakische Stadt Mossul weitergezogen.

Später habe sie wieder in Syrien gelebt. Für ihren nach islamischem Ritus angetrauten Ehemann habe sie den Haushalt geführt und ihm so ermöglicht, für den IS zu kämpfen. Ihren Sohn habe M. im Sinn der radikalislamischen Lehre des IS erzogen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Sie soll außerdem zwei Sturmgewehre besessen und vom IS Geld erhalten haben.

Untersuchungshaft seit Oktober

M. sei 2019 in Syrien gefangengenommen worden und habe dann in kurdischen Lagern gelebt, hieß es weiter. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland am 7. Oktober vergangenen Jahres sei sie noch am Flughafen Frankfurt am Main festgenommen worden und sitze seitdem in Untersuchungshaft. M. werden neben der IS-Mitgliedschaft die Entziehung Minderjähriger mit Gefährdung, die Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht sowie ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Über die Anklage entscheidet nun der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

Ende Januar hatte die Bundesanwaltschaft bereits Anklage gegen eine weitere Deutsche erhoben, die im Oktober aus einem kurdischen Lager zurückgekehrt war. Romiena S. soll mit ihrer kleinen Tochter zum IS gereist sein und dort mehrere IS- Mitglieder geheiratet haben. Zuletzt soll sie ihre kleine Tochter unter anderem zu einer Steinigung mitgenommen haben.

Quelle: ntv.de, lno/AFP

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