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Tod nach PlagiatsvorwürfenCambridge-Kanzler verurteilt "rassistischen Wahn" um Jason Arday

17.08.2026, 19:03 Uhr
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Blumen und Karten für den verstorbenen Professor Jason Arday am Senatshaus in Cambridge. (Foto: Getty Images)

Der britische Professor Jason Arday muss wegen Plagiatsvorwürfen zurücktreten und wird kurz darauf tot aufgefunden. Nun spricht der Cambridge-Kanzler von einem "rassistischen Wahn", Ardays Familie von einer "Mobbing-Kampagne".

Cambridge-Kanzler Chris Smith verurteilt den "rassistischen Wahn" im Zusammenhang mit den Plagiatsvorwürfen gegen den verstorbenen britischen Professor Jason Arday. Zwar müsse jeder Vorwurf eines Plagiats "gründlich untersucht" werden, sagte der Rektor der Universität im Interview mit dem Sender BBC. Zugleich weigere er sich, "an einem rassistischen Wahn um einen bestimmten Akademiker teilzunehmen", fügte er hinzu, ohne Arday namentlich zu nennen.

Arday hatte vor drei Jahren als jüngster schwarzer Professor der britischen Elite-Universität Cambridge Aufmerksamkeit erregt. Am 5. August war der 41-Jährige von seinem Posten als Professor für Bildungssoziologie zurückgetreten, nachdem zahlreiche Medien über Plagiatsvorwürfe und Zweifel an seinen Angaben zu seinem Lebenslauf berichteten. Er habe "die Grenze dessen erreicht, was irgendeinem Menschen vernünftigerweise zugemutet werden sollte", erklärte Arday.

Petition fordert erneute Untersuchung

Am Freitag wurde er schließlich tot in Battersea im Süden Londons aufgefunden. Die Polizei stufte seinen Tod vorerst nicht als verdächtig ein. Sie vermutet einen Suizid oder einen natürlichen Tod. Ardays Familie bestätigte seinen Tod und sprach von einer "Mobbing-Kampagne" voller Gerüchte über die akademische Arbeit und das Privatleben des Soziologen.

Die Vorwürfe wurden insbesondere von dem US-Forscher Nathan Cofnas aufgebracht, der die Cambridge-Universität 2024 wegen Rassismus-Vorwürfen verlassen musste. Cofnas' Vorwürfe wurden von rechtsgerichteten Zeitungen und Kommentatoren aufgegriffen, die Arday als "Aushängeschild" für Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme bezeichneten.

Die Cambridge-Leitung hatte Arday zunächst verteidigt, Anfang August aber eine interne Untersuchung angekündigt. In den Tagen nach Ardays Tod wurde Kritik am Umgang der Universität mit den Vorwürfen laut. Zehntausende Menschen forderten außerdem eine staatliche Untersuchung des Falls und der Berichterstattung in den Medien. Eine entsprechende Petition zählte am Montag fast 32.400 Unterschriften. Für den heutigen Abend ist eine Mahnwache für Arday auf dem Londoner Trafalgar Square geplant. In Cambridge fand bereits am Sonntag eine Mahnwache für Arday statt, 200 Menschen hatten diese besucht.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie Suizidgedanken haben oder jemand in Ihrem Umfeld, suchen Sie bitte Hilfe - bei der Telefonseelsorge unter 0800 / 111 0 111, dem Notruf 112, dem medizinischen Notdienst 116 117 oder auf suizidprophylaxe.de

Quelle: ntv.de, kaz/AFP

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