Verurteilte kann allein laufenChrista Pike spricht wieder vollständige Sätze

Christa Pike foltert und tötet vor 31 Jahren eine Frau. Kurz darauf beschließt ein Gericht, dass auch sie sterben muss. Als es nun im September so weit sein soll, scheitert die Hinrichtung - Pike wird schwer verletzt. Jetzt erholt sie sich vom folgenreichen Vorfall.
Die zum Tode verurteilte Christa Pike spricht wieder vollständige Sätze und läuft selbstständig. Das berichtet einer ihrer Anwälte dem US-Onlineportal TMZ. Pike konnte bereits kurze Zeit nach dem Erwachen aus ihrer Bewusstlosigkeit sprechen. Ihre Verteidiger berichteten jedoch von Verwirrung und Gedächtnisproblemen, dazu kamen erhebliche körperliche Verletzungen. Doch jetzt seien Pikes Aussagen "klarer" und sie sei in der Lage, vollständige Sätze zu bilden.
Pike, die wegen Folter und Mordes an einer 19-Jährigen verurteilt wurde, konnte nach der gescheiterten Hinrichtung am 30. September unter anderem ihre Arme nicht bewegen. Gleichzeitig unternahm sie erste Gehversuche, bei denen sie kleine Erfolge feiern konnte. Inzwischen schafft es die 50-Jährige, ohne Hilfe etwas weitere Strecken zurückzulegen, so der Anwalt.
Doch noch immer ist unklar, wie groß das Ausmaß an bleibenden Schäden ist. Dem Verteidiger zufolge drohen psychische und kognitive Schäden. Ärzte würden versuchen, rasch Klarheit zu erlangen. Doch es dauert noch etwa einen Monat, bis alle Untersuchungen zu Langzeitfolgen abgeschlossen sein werden.
Inzwischen wurde zudem bekannt, berichtet TMZ, dass es 31 Minuten dauerte, bis das Gefängnispersonal nach der gescheiterten Hinrichtung den Notruf gewählt hat. Die Angestellten warteten wohl auf eine Genehmigung, weil sie nicht gewusst hätten, wie in der Situation zu verfahren ist, wenn eine zum Tode Verurteilte zwei Giftspritzen überlebt. TMZ schreibt, es herrschte "Verwirrung bei Gefängnispersonal und Ersthelfern".
Nach der intensivmedizinischen Betreuung in einem Krankenhaus wurde Pike zurück ins Gefängnis gebracht, wo sie sich nun auf der Krankenstation weiter erholen soll. Der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, setzte vorerst alle weiteren Hinrichtungen aus, bis geklärt ist, wie es zu dem Vorfall kam. Ein Gericht ordnete bereits an, alle Beweismittel im Zusammenhang mit dem gescheiterten Hinrichtungsversuch aufzubewahren. Es geht unter anderem um Infusionsleitungen, Spritzen und Dokumente aus dem Gefängnis.
