Panorama

Nach verpatzter HinrichtungChrista Pike verlässt das Krankenhaus wieder

10.10.2026, 20:03 Uhr
00:00 / 03:02
2026-10-03T095406Z_141454320_RC2PTNAYXSRM_RTRMADP_3_TENNESSEE-EXECUTION
Aus dem Krankenhaus, aber nicht auf freiem Fuß: Christa Pike. (Foto: via REUTERS)

Vor fast zwei Wochen scheitert die Hinrichtung von Christa Pike. Die zum Tode Verurteilte muss danach im Krankenhaus bleiben, kann nun aber zurück ins Gefängnis. Ob sie bleibende Schäden davonträgt, ist unklar.

Die in den USA zu einer Todesstrafe verurteilte Christa Pike kehrt nach dem verpatzten Hinrichtungsversuch wieder zurück ins Gefängnis. Das berichten mehrere Medien mit Verweis auf ihre Anwälte. Dort werde sie aber weiter medizinische Unterstützung brauchen. Die 50-Jährige hatte am 30. September gleich zwei normalerweise tödliche Injektionen mit dem Medikament Pentobarbital überlebt und kam anschließend in kritischem Zustand ins Krankenhaus.

Pike sei extrem dankbar für die Ersthelfer und das medizinische Team in diesen ungewöhnlichen Umständen, teilten ihre Anwälte mit. Am Freitag teilte ihr Anwalt noch mit, dass sie bereits schon wieder laufen könne. Pike sei geistig weiterhin etwas benommen und verliere leicht den Faden, sagte Anwalt Stephen Ferrell. Zugleich seien ihre Arme noch schwer verletzt und kaum einsetzbar. Ob bleibende Schäden zurückbleiben, sei derzeit noch unklar. Er gehe zwar davon aus, dass sich ihr Zustand weiter verbessern werde, er könne dauerhafte Folgen aber nicht ausschließen.

Pike hatte am 30. September die Vollstreckung ihrer Todesstrafe mit der Giftspritze überlebt. Nach Angaben der Behörden waren ihr die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen Pentobarbital verabreicht worden. Anschließend wurde sie bewusstlos in ein Krankenhaus gebracht. Anfang dieser Woche war sie wieder zu Bewusstsein gekommen und hatte begonnen zu sprechen.

Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Slemmer war 1995 in einem abgelegenen Gebiet nahe Knoxville über längere Zeit gefoltert und schließlich getötet worden. Pikes Hinrichtung wäre die erste einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren gewesen.

Am Mittwoch ordnete ein Gericht in Tennessee zudem an, sämtliche Beweismittel im Zusammenhang mit dem gescheiterten Hinrichtungsversuch aufzubewahren. Dazu gehören unter anderem Infusionsleitungen, Spritzen und Dokumente zu Pikes Zustand. Ob der Bundesstaat einen neuen Hinrichtungstermin anstreben will, ist bislang offen. Tennessees republikanischer Gouverneur Bill Lee hat weitere Hinrichtungen zunächst bis zum Jahresende ausgesetzt und eine unabhängige Untersuchung des Falls angeordnet.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

HinrichtungenTodesstrafeUSA