Panorama

Mehr als 160 Fälle in Mamming Corona-Ausbruch legt Konservenfabrik lahm

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Zwei Betriebe, zwei Hotspots - aber wohl nur ein Infektionsherd.

(Foto: dpa)

Nachdem sich bereits viele Mitarbeiter eines Gemüsehofs im bayerischen Mamming mit dem Coronavirus infiziert haben, wird nun eine nahe gelegene Fabrik zum Hotspot. Die gesamte Belegschaft muss in Quarantäne. Auch im Südwesten Deutschlands steigen die Infizierten-Zahlen nach lokalen Ausbrüchen.

Im niederbayerischen Mamming ist die Zahl der Corona-Infizierten in einer Konservenfabrik auf 166 gestiegen. Der gesamte Betrieb mit 600 Mitarbeitern wurde vorübergehend stillgelegt, teilte der Landkreis Dingolfing-Landau mit. Die Belegschaft befinde sich in Quarantäne. Diese gelte bis zur Klärung der Zusammenhänge auch für zwei weitere Standorte des Betriebs mit insgesamt 130 Mitarbeitern.

Nach einer ersten Reihentestung waren den Behörden am Wochenende 43 Infizierte gemeldet worden. Ein zweiter Test sollte mehr Sicherheit bringen. "Es war zwar zu erwarten, aber trotzdem sind es bittere Nachrichten", erklärte Landrat Werner Bumeder. Die Stilllegung habe weitreichende Folgen für den gesamten Gemüseanbau in Niederbayern. Laut dem Bayerischen Rundfunk liefern zahlreiche Landwirte ihr Gemüse an den verarbeitenden Betrieb in Mamming.

Die hohe Zahl an Neuinfektionen sei ein "herber Rückschlag", sagte Bumeder weiter. "Wir bleiben aber bei unserer Einschätzung, dass es sich um eine in sich geschlossene Einheit handelt und es weiterhin nur einen Infektionsherd gibt." Der Betrieb liegt nach Angaben des Landkreises in der Nähe eines Gemüsehofs, auf dem vor einer Woche ein größerer Ausbruch registriert worden war. Dort wurden insgesamt 232 von 479 Erntehelfern positiv getestet. Die Behörden gehen daher davon aus, dass es zu einer Übertragung von Mitarbeitern des Agrarbetriebes zu Beschäftigten der Konservenfabrik gekommen ist.

Ausbrüche bei Sommerfest und Trauerfeier

Auch im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis stieg nach einem regionalen Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit einer Trauerfeier die Zahl der Infizierten. Über das Wochenende seien 14 Neuinfektionen hinzugekommen, teilte der Landkreis am Montag mit. Damit seien mittlerweile hundert Corona-Erkrankungen auf diese Feier zurückzuführen.

Zudem führte ein privates Sommerfest in einem Restaurant bei Wiesbaden mit mindestens hundert Beteiligten zu einem Anstieg der Fallzahlen. Bis zum Montag wurden der hessischen Landeshauptstadt 18 positive Fälle gemeldet. 15 davon stammen aus dem Wiesbadener Stadtgebiet. Mit weiteren Ergebnissen werde in den kommenden Tagen gerechnet.

Sämtliche Kontaktpersonen würden ermittelt. Dies sei sehr aufwändig, weil die Feier bereits einige Tage her sei und einige Gäste in der Zwischenzeit in den Urlaub gereist seien. "An diesem Beispiel sieht man wieder, dass ein Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln auch bei Feierlichkeiten enorm wichtig ist", erklärte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende.

Quelle: ntv.de, hul/AFP/dpa