Panorama

Deutlich mehr Sterbefälle Corona bremst Bevölkerungswachstum aus

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In der Corona-Pandemie kamen weniger Zuwanderer nach Deutschland und die Zahl der Sterbefälle stieg.

(Foto: imago/Future Image)

In Deutschland werden immer weniger Kinder geboren - trotzdem wächst die Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten dank starker Zuwanderung. Die Corona-Pandemie beendet diesen Trend vorläufig, auch weil im vergangenen Jahr erheblich mehr Menschen sterben als im Jahr zuvor.

Erstmals seit 2011 ist die Bevölkerung in Deutschland nicht mehr gewachsen - auch wegen der Corona-Pandemie. Grund war vor allem, dass es weniger Zuwanderer gab, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ende 2020 lebten nach einer ersten Schätzung weitgehend unverändert 83,2 Millionen Menschen in der Bundesrepublik. "Aufgrund einer geringeren Nettozuwanderung und einer gestiegenen Sterbefallzahl bei voraussichtlich etwas weniger Geburten als im Vorjahr hat die Bevölkerungszahl damit erstmals seit 2011 nicht zugenommen."

Im Corona-Jahr dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass wegen der Virus-Pandemie vergleichsweise mehr Menschen gestorben sind. Zudem haben sich laut den Wiesbadener Statistikern Reisebeschränkungen in der Pandemie und wirtschaftliche Folgen eindämmend auf die Wanderungsbewegung ausgewirkt: Allein bis September 2020 ging die Zahl der Zuzüge um ein Viertel und die der Fortzüge um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. In den drei Jahrzehnten seit der deutschen Wiedervereinigung war die Bevölkerung überwiegend gewachsen, mit Ausnahme der Jahre 1998 sowie 2003 bis 2010.

Die Bevölkerungszunahme hatte sich jedoch ausschließlich aus dem positiven Wanderungssaldo ergeben - also dadurch, dass mehr Menschen zugewandert als abgewandert sind: "Ohne diese Wanderungsgewinne würde die Bevölkerung bereits seit 1972 schrumpfen, da seither jedes Jahr mehr Menschen starben als geboren wurden." Die Zahl der Geburten dürfte 2020 laut Destatis gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen haben und die Zahl der Sterbefälle spürbar gestiegen sein. Demnach ist schätzungsweise mit 755.000 bis 775.000 Geborenen und mindestens 980.000 Toten zu rechnen.

Im Jahr 2019 verzeichneten die Statistiker rund 940.000 Sterbefälle in Deutschland. Der Schätzung der Sterbefälle liegen sowohl die vorläufigen Ergebnisse bis einschließlich September 2020 als auch eine Sonderauswertung der Sterbefallzahlen auf Basis der Rohdaten bis einschließlich der 50. Kalenderwoche zugrunde: "Auf dieser Grundlage wurde der derzeit zu beobachtende, offenbar auch mit der Corona-Pandemie zusammenhängende Anstieg der Sterbefälle fortgeschätzt", erklärte Destatis.

Quelle: ntv.de, jhe/rts