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Corona-Impfstoff aus Tübingen Curevac hält Zulassung im Mai für möglich

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Curevac kämpfte bei der Impfstoff-Entwicklung mit Startschwierigkeiten.

(Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Ohde)

Anfang 2020 beginnt der Tübinger Impfstoffhersteller Curevac mit der Entwicklung eines Corona-Vakzins. Während andere Mittel schon millionenfach verimpft wurden, gibt es für das Unternehmen noch keine Zulassung der EMA. Aber im Mai könnte so weit sein, wie der Hersteller hofft.

Das Corona-Vakzin des Tübinger Impfstoffherstellers Curevac könnte nach Einschätzung des Unternehmens früher von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen werden als bisher erwartet. "Wir sind bereits sehr fortgeschritten in der dritten klinischen Testphase und erwarten die Daten für das finale Zulassungspaket", sagte Unternehmenssprecher Thorsten Schüller der "Augsburger Allgemeinen". Curevac hoffe daher auf eine Zulassung "im Mai oder Juni". Zuletzt war Curevac von einer EMA-Zulassung bis Ende Juni ausgegangen.

Curevac plane weiter mit der Produktion von bis zu 300 Millionen Impfdosen in diesem Jahr, sagte Schüller. Für das kommende Jahr sei dann die Produktion von einer Milliarde Impfstoffdosen vorgesehen. Das Unternehmen und seine Produktionspartner könnten deutlich mehr als andere Hersteller in vergleichbar dimensionierten Anlagen erzeugen, sagte Schüller. "Unsere Impfdosis ist mit zwölf Mikrogramm sehr gering." Andere mRNA-Impfstoffe bräuchten die zweieinhalb- bis achtfache Wirkstoffmenge für einen vergleichbaren Schutz.

Probleme beim Entwicklungsstart

Das lange Warten auf die EU-Zulassung begründete Curevac mit Finanzierungsproblemen beim Entwicklungsstart. Die mangelnden finanziellen Möglichkeiten zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 seien für Curevac eine Schwierigkeit gewesen, sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas der "Stuttgarter Zeitung" Anfang April. "Wir hatten am Anfang nicht die Möglichkeit, Zulieferer vorweg zu bezahlen und erforderliche Geräte sowie Materialien zu reservieren, das heißt große Investitionen zu tätigen."

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Erst mit Verspätung sei Geld in die Kasse gekommen - etwa durch Finanzierungsrunden, einen dreistelligen Millionen-Zuschuss des Bundesforschungsministeriums und den Börsengang. Haas betonte, man hätte "schneller sein können, wenn wir die Mittel früher gehabt hätten". Als Gegenbeispiel führte er das US-Biotech-Unternehmen Moderna an, das mit seinem Corona-Impfstoff schon lange auf dem Markt ist.

Moderna habe in den USA bereits früh eine Milliarde Dollar zur Verfügung gestellt bekommen. "Die US-Regierung hat Moderna große Freiheiten gelassen nach dem Motto: Fangt an, den Impfstoff zu entwickeln, wir wissen, es kann auch scheitern, aber wir müssen anfangen. Bei Curevac mussten wir erst einmal Finanzierungsrunden durchführen, um dahin zu kommen", sagte Haas. "Da geht es um hohe dreistellige Millionenbeträge, die eine Biotech-Firma wie wir nicht so einfach zur Verfügung hatte."

Quelle: ntv.de, ses/AFP/dpa

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