Panorama

Mit mehr als 2,5 Milliarden Euro Dänemark muss Nerzzüchter entschädigen

Müssen auch gesunde Nerze gekeult werden? Viele Farmer haben wachsende Zweifel.

Im November wurden sämtliche in Dänemark gehaltenen Nerze gekeult.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im November des vergangenen Jahres lässt die dänische Regierung alle Nerze im Land aus Angst vor einer Coronavirus-Mutation töten. Mehrere Millionen Tiere werden gekeult, die Pelzbranche verlangt eine finanzielle Entschädigung. Die wird die Regierung nach einem Vergleich nun tatsächlich zahlen.

Die Entschädigung der Pelzbranche nach der veranlassten Tötung von mehreren Millionen Nerzen aus Corona-Sorgen kommt den dänischen Staat teuer zu stehen. Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich die Regierung und eine Mehrheit der dänischen Parlamentsparteien gestern Abend auf Entschädigungszahlungen in Gesamthöhe von bis zu knapp 19 Milliarden Kronen (mehr als 2,5 Milliarden Euro), darunter 10,9 bis 11,9 Milliarden Kronen an direkter Kompensation für die Züchter.

Dieses Abkommen stelle eine vollständige Entschädigung der Züchter und weiterer von den Pelztieren abhängiger Betriebe sicher, erklärte das dänische Finanzministerium. Mit den Mitteln sollen demnach unter anderem entgangene künftige Gewinne, der Verlust der nicht verkauften Nerzfelle sowie die Kosten für den Gebäudeabriss gedeckt werden. Auch indirekt von der Massenkeulung betroffene Betriebe wie Auktionshäuser und Futterproduzenten erhalten Entschädigung.

17 Millionen Pelztiere getötet

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hatte am 4. November 2020 angekündigt, dass alle Nerze in Dänemark getötet werden sollen. Als Begründung hatte die Regierung angeführt, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe.

Die Massenkeulung der etwa 17 Millionen Pelztiere hatte zu einer größeren Debatte im Land geführt, unter anderem, weil für die Tötung länger die Rechtsgrundlage gefehlt hatte. Die Regierung bekam dafür viel Kritik, in der Folge trat Lebensmittelminister Mogens Jensen zurück. Für den Verlauf des Ganzen bat Frederiksen die Züchter später um Entschuldigung. "Es wurden Fehler gemacht, und das muss man sowohl bedauern als auch entschuldigen können", sagte sie Ende November.

Quelle: ntv.de, nan/dpa