Panorama

"Hochrisikokontakte"Das erwartet die deutschen Passagiere der "Hondius"

10.05.2026, 16:31 Uhr
00:00 / 02:26
Spanische-Regierungsbeamte-bespruehen-auf-dem-Flughafen-von-Teneriffa-Passagiere-mit-Desinfektionsmittel-bevor-diese-ein-Flugzeug-besteigen-Zuvor-waren-sie-vom-Hantavirus-befallenen-Kreuzfahrtschiff-MV-Hondius-gebracht-worden-Das-von-einem-Ausbruch-des-Hantavirus-betroffene-Kreuzfahrtschiff-MV-Hondius-liegt-im-Hafen-von-Granadilla-im-Sueden-der-spanischen-Urlaubsinsel-Die-Evakuierung-des-Schiffs-hat-begonnen
Spanische Regierungsbeamte besprühen auf dem Flughafen von Teneriffa Passagiere mit Desinfektionsmittel, bevor diese ein Flugzeug besteigen. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Im Zuge der Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs "Hondius" wegen des tödlichen Hantavirus-Ausbruchs werden alle Passagiere von Bord geholt. Die vier Deutschen sollen heute noch zurückgeflogen werden. Was geschieht nach ihrer Ankunft?

Die evakuierten deutschen Passagiere vom Kreuzfahrtschiff "Hondius" sollen nach dem Hantavirus-Ausbruch an Bord in Quarantäne kommen. Sie werden nach ihrer Ankunft am Sonntagabend in den Niederlanden von Spezialisten in Empfang genommen, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte. Zuständig sei der Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB). Anschließend sollen sie nach Deutschland gebracht werden.

Vier deutsche Passagiere sollen zunächst nach Frankfurt gebracht werden. Für den Transport wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen und der Feuerwehr Frankfurt angefordert. Sie sollen noch am Sonntag die vier Passagiere am Militärflughafen in Eindhoven abholen. Anschließend geht es in einem sogenannten Sonderisoliertransport nach Frankfurt. Zu Beginn der kommenden Woche kommen sie den Angaben zufolge dann in die jeweiligen Bundesländer zur Quarantäne, die nach den Anordnungen der jeweiligen Gesundheitsämter erfolgt.

Einer der deutschen Passagiere soll in die Berliner Charité gebracht werden. Derzeit werde die Ausgestaltung des Transports beraten, teilte ein Sprecher der zuständigen Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit mit. "Für diesen Fall ist die Aufnahme auf die Infektiologie der Charité sowie die Anordnung einer Quarantäne durch das zuständige Gesundheitsamt vorgesehen", hieß es.

Den Angaben zufolge zeigt die Person bisher keine Symptome und kommt "aus der Region Berlin-Brandenburg". Das Land Berlin befinde sich derzeit in enger Abstimmung mit allen Beteiligten. Nach aktuellem Stand werde darüber hinaus keine weitere Person nach Berlin gebracht. 

"Absolut geringes Risiko"

Alle vier Deutschen hätten im Moment keine Symptome, hieß es. Sollte sich daran während des Flugs noch etwas ändern, würde der betroffene Patient zur Uniklinik Düsseldorf gebracht werden. Dort ist auf der Infektionsstation bereits eine 65-Jährige. Die Frau war ebenfalls auf der "Hondius" und hatte dort nach Angaben der Behörden engen Kontakt mit einer Patientin, die an Bord mit einer Hantavirus-Infektion starb.

Auch wenn keiner der Menschen an Bord derzeit Symptome hat, gelten sie laut WHO aufgrund der langen Inkubationszeit des Hantavirus von bis zu sechs Wochen als "Hochrisikokontakte". Zugleich betont die WHO, dass das Risiko für die Allgemeinbevölkerung "absolut gering" sei.

Quelle: ntv.de, raf/dpa/AFP

KreuzfahrtschiffeHantavirusVirenGesundheitKrankheit