Panorama

Gassen zu höheren Impfquoten "Der Freedom-Day rückt näher"

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Noch gilt die 3G-Regel - aber wie lange noch?

(Foto: picture alliance / Felix Hörhager/dpa)

Die Impfquote in Deutschland ist offenbar höher als bisher angenommen. Für Kassenärzte-Chef Gassen ist deshalb endgültig der Zeitpunkt für ein Ende der Corona-Regeln gekommen. Manche vermuten, dass die bisherige Strategie der Bundesregierung dem Wahlkampf geschuldet war.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, erwartet nach der Korrektur der offiziellen Impfquote durch das Robert-Koch-Institut baldige Lockerungen von Corona-Restriktionen. "Mit einer zu niedrigen Impfquote kann man nun nicht mehr für Corona-Maßnahmen argumentieren", sagte Gassen der "Bild"-Zeitung. "Der Freedom-Day rückt näher."

Die Impfquote unter den Erwachsenen in Deutschland ist einer neuen Erhebung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge höher als bislang angenommen. Es sei "in der Erwachsenenbevölkerung von einem Anteil mindestens einmal Geimpfter von bis zu 84 Prozent und einem Anteil vollständig Geimpfter von bis zu 80 Prozent auszugehen", hieß es am Donnerstag in der Auswertung des neuen Impfquoten-Monitorings. "Schön, dass das RKI diese erfreulichen Zahlen nun liefert", sagte Gassen der Zeitung. "Viel mehr als 80 Prozent gibt es nirgendwo auf der Welt."

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Donnerstag auf Grundlage der neuen RKI-Erhebung einen Teil der Corona-Regeln für verzichtbar erklärt. Deutschland könne nunmehr allein mit den 3G-Regeln - geimpft, genesen oder getestet - für Innenräume sowie den Schutzmasken in Bus und Bahn gut durch Herbst und Winter kommen.

Der Grünen-Politiker Dieter Janecek nannte es in der "Bild" bemerkenswert, "dass die Regierung so kurz nach der Wahl jetzt plötzlich ihre Strategie ändert". Aufgrund der polarisierten Debatte in Deutschland habe man sich das vor der Wahl offensichtlich nicht getraut, fügte er hinzu.

Der Virologe Klaus Stöhr mutmaßte in dem Blatt: "Offensichtlich hat man geglaubt, dass man so mehr Wählerstimmen bekommt. Denn die Älteren sind am meisten von Corona betroffen - und sie stellen die größte Wählergruppe."

Quelle: ntv.de, chl/AFP

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