Panorama

"Nur im Verhältnis 1 zu 1" Der Norden erlaubt Sexarbeit wieder

Ein Prostituierte verdeckt mit einer Mund-Nasen-Maske an ihrem Arbeitsplatz ihr Gesicht. Foto: Markus Scholz/dpa

In Hamburg und Schleswig-Holstein dürfen Sexarbeiterinnen wieder zu Werke gehen.

(Foto: Markus Scholz/dpa)

In vielen Bundesländern müssen Bordelle bis dato geschlossen bleiben. In Hamburg und Schleswig-Holstein dürfen Sexarbeiterinnen nun wieder anschaffen. Allerdings nur in angemeldeten Prostitutionsstätten - und mehr als zwei Menschen dürfen sich nicht gemeinsam vergnügen.

Prostitution ist in Hamburg und Schleswig-Holstein ab diesem Dienstag unter strengen Auflagen wieder zulässig - allerdings nur in angemeldeten Prostitutionsstätten. "Weiterhin verboten ist die Ausübung der Prostitution in jeglicher Art von Fahrzeugen und im Rahmen von Prostitutionsveranstaltungen", teilte die auch für Gesundheit zuständige Hamburger Sozialbehörde mit. Nach monatelangem Corona-Lockdown hatten sich beide Länder in der vergangenen Woche auf ein abgestimmtes Vorgehen bei der Wiederzulassung der Prostitution verständigt.

Um das Infektionsrisiko gering zu halten, muss laut Sozialbehörde ein Hygienekonzept vorliegen. Weitere Auflagen sind das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, vorherige Terminvereinbarungen, Aufnahme von Kundenkontaktdaten, ausreichende Belüftung und ein Alkoholverbot. "Außerdem ist das Gewerbe nur im Verhältnis 1 zu 1 zu betreiben", hieß es aus dem Kieler Innenministerium.

Illegalität verhindern, Infektionsrisiken reduzieren

In der Hamburger Herbertstraße wollen die in der Gruppe "Sexy Aufstand Reeperbahn" organisierten Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber die Wiederzulassung der Prostitution am Dienstag ab 11 Uhr feiern. Unter anderem ist die Enthüllung eines Gemäldes durch den Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte, Falko Droßmann, geplant.

Bereits vergangene Woche hatte das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht in Münster nach eigenen Angaben im Eilverfahren das im Zuge der Coronakrise erlassene Prostitutionsverbot gekippt und den Weg freigemacht für Sexarbeit in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Mit dem Schritt sollen Illegalität verhindert und vermeidbare Infektionsrisiken reduziert werden. Damit es zu keinen "grundlegenden Asymmetrien an Landesgrenzen" komme, gehen die Bundesländer im Norden den Angaben zufolge gemeinschaftlich vor.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa