Geburtendefizit wird größer Deutsche Bevölkerung schrumpft erstmals wieder

Ein langjähriger Trend geht zu Ende: Deutschland wächst nicht mehr - im Gegenteil. Die Zahl der Sterbefälle übersteigt die der Geburten deutlich, was die gesunkene Zuwanderung nicht mehr kompensieren kann. Drei Bundesländer bilden jedoch eine Ausnahme.
Die Bevölkerungszahl in Deutschland ist im vergangenen Jahr entgegen dem langjährigen Trend gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lebten 2025 insgesamt 83,5 Millionen Menschen in Deutschland, 110.000 oder 0,1 Prozent weniger als im Jahr davor. Zuvor war demnach seit 2011 die Bevölkerungszahl mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 kontinuierlich gewachsen.
Der Grund: Die Nettozuwanderung kann das Geburtendefizit nicht ausgleichen. 2025 gab es in Deutschland 352.000 mehr Sterbefälle als Geburten. Gleichzeitig ging der Wanderungssaldo - also die Differenz zwischen den Zu- und Fortzügen - von plus 430.000 auf 235.000 deutlich zurück.
Der Bevölkerungsrückgang fiel in den östlichen Bundesländern mit 0,5 Prozent prozentual stärker aus als in den westdeutschen Bundesländern. Einen Bevölkerungszuwachs hatten nur die drei Stadtstaaten Berlin und Hamburg (plus 0,4 Prozent) sowie Bremen (plus 0,3 Prozent) zu verzeichnen. In den Flächenländern ging die Bevölkerungszahl hingegen zurück oder blieb annähernd stabil. Am stärksten waren Thüringen (minus 1,0 Prozent), Sachsen-Anhalt (minus 0,7 Prozent) und das Saarland (minus 0,5 Prozent) vom Bevölkerungsrückgang betroffen.
Mehr ältere Menschen
Als einzige Altersgruppe wächst die der 60- bis 79-Jährigen (plus 2,8 Prozent). Grund ist, dass geburtenstarke Jahrgänge - die Babyboomer - in diese Altersgruppe hineinwachsen. Die Zahl der über 80-Jährigen ging zurück (minus 2,5 Prozent). Hintergrund ist, dass die geburtenschwachen Jahrgänge um das Ende des Zweiten Weltkrieges dieses Alter erreichen.
Die Altersstruktur unterscheidet sich stark zwischen der deutschen und der ausländischen Bevölkerung, wie das Bundesamt ausführte. Der Anteil der über 60-Jährigen in der ausländischen Bevölkerung war mit 13,4 Prozent deutlich niedriger als in der deutschen Bevölkerung (34,1 Prozent). Dafür war der Anteil Jüngerer entsprechend höher.
Die ausländische Bevölkerung wuchs im Jahr 2025 um 0,3 Prozent und lag zum Jahresende bei 12,4 Millionen Menschen. "Somit liegt der Zuwachs sowohl relativ als auch absolut gesehen deutlich unter den Zuwächsen der letzten 15 Jahre", so die Statistiker. 2024 hatte die ausländische Bevölkerung noch um 2,3 Prozent zugenommen.
Der Ausländeranteil fällt je nach Altersgruppe unterschiedlich aus. Bei Kindern und Teenagern liegt der Ausländeranteil bei 15,2 Prozent. Die größten ausländischen Gruppen bilden wie in den vergangenen Jahren Türkinnen und Türken (1.385.000), gefolgt von Staatsangehörigen aus der Ukraine (1.167.000), Syrien (856.000), Rumänien (763.000) und Polen (700.000).