Panorama

China-Rückkehrer sollen bezahlen Deutsche Corona-Patienten sind symptomfrei

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Bislang wurde das Virus in Deutschland bei vier Patienten in Bayern nachgewiesen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während sich der Zustand von zwei mit dem Coronavirus Infizierten in Frankreich verschlechtert, sind die deutschen Patienten bislang "pumperlgsund". Das Auswärtige Amt bereitet die Deutschen in Wuhan bereits auf den Rückholflug vor - für den es aber noch keine Landeerlaubnis gibt.

Den vier Corona-Patienten in Deutschland geht es gut. "Die vier fühlen sich, auf bayrisch gesagt, pumperlgsund. Kein Fieber, keine Atemwegserkrankungen", sagte Chefarzt Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing am Mittwoch zu RTL/ntv. "Denen ist sehr langweilig und sie nerven die Ärzte mit der Entlassungsfrage." Die Patienten sind demnach symptomfrei und in klinisch gutem Zustand, stehen aber weiter unter Beobachtung. Daran soll sich bis dato nichts geändert haben.

In Frankreich dagegen befindet sich einer der fünf Erkrankten in einem ernsten Zustand. Dabei handelt es sich um einen 80-jährigen Touristen aus China. Außerdem verschlechterte sich laut französischem Gesundheitsministerium der Zustand eines weiteren Infizierten, der etwa 30 Jahre alt ist.

Derweil laufen die Vorbereitungen für die Rückholung der Deutschen aus Wuhan, wo das Virus am stärksten ausgebrochen ist. Ein Airbus der Luftwaffe soll die rund 90 deutschen Staatsbürger, die sich dort befinden, zurückholen - allerdings erteilte China zunächst keine Landegenehmigung für das Militärflugzeug, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn der "Bild"-Zeitung. Die Rückholung solle "schnellstmöglich" erfolgen. "Wir müssen es aber auch gründlich vorbereiten", fügte Spahn hinzu. Am Mittag meldete die "Bild"-Zeitung dann, dass die chinesischen Behörden eine Landegenehmigung erteilten. Die Bundeswehr wolle noch am Freitag Richtung China starten.

Die Rückkehrer sollten wegen der möglichen Ansteckungsgefahr vermutlich zwei Wochen lang in Quarantäne genommen werden. Spahn zufolge ist eine zentrale Unterbringung der Zurückgekehrten nahe dem Frankfurter Flughafen geplant, weil es dort die entsprechenden Kapazitäten gebe.

Die Betroffenen erhielten der "Bild"-Zeitung zufolge aber bereits am Mittwoch eine E-Mail des Auswärtigen Amts mit Angaben zu den Bedingungen der Rückreise. Darin heißt es, dass die Betroffenen einen Teil der Kosten selbst tragen müssen - "in Höhe eines normalen Economy-Flugtickets". Erlaubt sind demnach sieben Kilogramm Handgepäck und ein Koffer.

Ausgeflogene Japaner infiziert

Ausreisen dürfen allerdings nur Personen, "die zum Zeitpunkt der Ausreise gesund sind". Sicherstellen soll das ein Gesundheitscheck der chinesischen Behörden am Flughafen. Während des Fluges werden die Menschen dann laut "Bild"-Zeitung von einem deutschen Arzt betreut. An Bord dürfen Deutsche sowie deren Ehepartner und Kinder.

In Japan kehrte derweil bereits die zweite Chartermaschine mit 210 Landsleuten aus Wuhan zurück. Am Vortag waren bereits 206 Japaner heimgeholt worden. Hinterher stellte sich heraus, dass drei der ausgeflogenen Japaner mit dem Coronavirus infiziert sind. Damit stieg die Zahl der bestätigten Infektionen in Japan auf elf Patienten.

Auch die USA hatten am Mittwoch Staatsbürger aus Wuhan ausgeflogen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden bei den 195 US-Bürgern, die zunächst zu der kalifornischen Militärbasis Riverside gebracht wurden, aber keine Symptome der von dem Virus ausgelösten Lungenerkrankung festgestellt. Sie sollten dennoch bis zu 72 Stunden in Quarantäne bleiben und weiter überwacht werden.

In China stieg die Zahl der von dem Virus verursachten Todesfälle Regierungsangaben zufolge um weitere 38 auf mindestens 170. Die Gesamtzahl der bestätigten Erkrankungen durch den Erreger in der Volksrepublik nahm um weitere rund 1700 Fälle auf etwa 7700 zu.

Quelle: ntv.de, ftü/AFP