Panorama

Bis zu minus 15 Grad Deutschland stehen eisige Polarnächte bevor

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Nur die ganz Hartgesottenen treibt es bei den eisigen Temperaturen nach draußen.

(Foto: dpa)

Eine Kältewelle trifft Deutschland in den kommenden Tagen mit voller Breitseite. In den Nächten stehen Temperaturen weit im Minusbereich an, wie ntv-Meteorologe Björn Alexander sagt. Erst ab Sonntag wird es wieder etwas milder.

Auf Teile Deutschlands kommt eine Phase eisiger Polarkälte zu. Wie Meteorologen voraussagen, sollten sich die Menschen vor allem in den Nächten von Donnerstag auf Freitag sowie von Freitag auf Samstag auf extrem niedrige Temperaturen einstellen. Während das aktuelle Tief "Dimitrios" "auf seiner Vorderseite mal kurz etwas mildere Luft angezapft hat, steht hinter seiner Kaltfront die Ladung Polarluft bereit", sagt ntv-Meteorologe Björn Alexander. "Selbst ein bisschen sibirische Kälte mischt sich in nächster Zeit unter", ergänzt er.

Verbunden mit dem Temperatursturz ist laut Alexander ein teils stürmischer Wind. Im Verlauf der Woche werde es auch wieder bis in die Niederungen Schnee geben. "Das wird zum Teil für Schneeverwehungen sorgen - zunächst auf den Bergen, dann auch bis in tiefere Lagen." Doch anschließend beruhigt sich die Lage. "Eine ideale Situation für teilweise eisig kalte Nächte", sagt Alexander.

Auf ungemütliche Nächte müssen sich vor allem der Süden und der Osten Deutschlands sowie die Gebiete um die Mittelgebirge einstellen. "Überall, wo bis Donnerstagabend Schnee liegt und wo sich das Wetter beruhigt und der Himmel vorübergehend aufklart, geht es mit den nächtlichen Temperaturen weit runter", sagt Alexander. Hier liegen die Tiefstwerte in der Nacht zum Samstag verbreitet bei minus 15 bis minus 5 Grad, vereinzelt sogar noch darunter. Aber auch in den schneefreien Bereichen sinken die Temperaturen oft auf minus 4 bis minus 1 Grad. Ab Sonntag wird es dann wieder etwas milder. Dafür drohen erneut Schnee- und Eisglätte.

Schneechaos in Teilen Skandinaviens

In Teilen Skandinaviens herrschen bereits Schneechaos und heftige Winde. Auch hier zieht Eiseskälte heran. Knapp 5000 Haushalte in der schwedischen Provinz Västernorrland hatten am Dienstagmorgen vorübergehend keinen Strom, wie der Rundfunksender SVT berichtete. Auch aus dem benachbarten Jämtland wurden demnach Hunderte Stromausfälle sowie mancherorts eine erhöhte Lawinengefahr aufgrund der großen Schneemengen gemeldet. Die Wetterbehörde SMHI warnte vor weiterhin kräftigem Schneefall in verschiedenen Landesteilen, vielerorts galten Wetterwarnungen.

Auch über weiten Teilen Finnlands lag eine dicke Schicht Schnee. Ein Schneesturm führte nach Angaben des Rundfunksenders Yle im Süden des nördlichsten EU-Landes dazu, dass viele Autofahrer von der Straße abkamen. Tausende Haushalte vor allem an der West- und Südwestküste waren demnach auch hier zeitweise ohne Strom. Die Polizei in Helsinki rief die Finnen in der Hauptstadtregion dazu auf, zu Hause zu bleiben und von dort aus zu arbeiten. Wie im benachbarten Schweden gingen Meteorologen davon aus, dass das Schneegestöber mindestens bis zum Mittwoch anhalten dürfte.

In Spanien kämpfen die Menschen noch immer mit den Folgen des historischen Kälteeinbruchs, den Wintersturm "Filomena" mit sich gebracht hat. Besonders in der Millionenmetropole Madrid war die Lage nach einer bitterkalten Nacht mit Temperaturen bis zu minus 8 Grad auch am Dienstag weiter schwierig. Vor allem die Schneemassen vom Wochenende behinderten weiterhin den Verkehr. Die Schulen wurden bis mindestens kommenden Montag geschlossen und die Versorgung mit Frischwaren wie Gemüse, Obst und Fleisch stockte. Auch die Impfungen gegen Corona wurden behindert.

Quelle: ntv.de, jog/dpa