Panorama

Shitstorm für Kosmetikmarke Dove zieht rassistische Werbung zurück

Wer seine dunkle Hautfarbe wegwaschen möchte, kann das tun - dank Dove. So interpretieren Kritiker den neuesten Spot der Kosmetikmarke. Sie rufen zum Boykott auf und entfachen einen Shitstorm.

"Von dunkler zu heller Hautfarbe dank Dove" - so könnte der Slogan lauten, den der Kosmetikhersteller mit seiner aktuellen Werbung für Duschcreme suggeriert. Dabei ist die Marke Dove eigentlich für ihre Anzeigen abseits eines normierten Körperideals bekannt. In vielen Werbungen des Herstellers werden Menschen verschiedener Körper-, Haut- und Alterstypen gezeigt. Dafür erntete Dove reichlich Lob. Nun bricht aber ein Shitstorm über das Unternehmen herein.

Bei Twitter und Facebook beschweren sich zahlreiche Nutzer über den aktuellen Werbeclip und rufen zum Boykott der Marke des Konzerns Unilever auf. Sie werfen Dove Rassismus vor. In der Kampagne ist eine dunkelhäutige Frau in einem braunen T-Shirt  zu sehen. Als sie dieses abstreift, kommt darunter eine hellhäutige Frau in einem weißen Oberteil zum Vorschein. Kritiker interpretieren den Wechsel der Hautfarbe als Angebot, sich mithilfe der Duschcreme "weiß" zu waschen.

Dieser Aufruf hat in der Werbegeschichte Tradition. Eine Twitter-Nutzerin verweist auf mehrere Werbeanzeigen aus der Zeit der Jahrhundertwende. Schon zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts warben Seifenhersteller mit solchen Klischees: "Warum wäscht deine Mutter dich nicht mit Fairy Seife?", heißt es auf einem der Plakate.

Nicht der erste Fehler

Dove entschuldigte sich inzwischen für die Kampagne und zog den Spot zurück. Auf Twitter heißt es: "Das Bild, das wir kürzlich auf Facebook gepostet haben, hat den Zweck verfehlt, Frauen unterschiedlicher Hautfarben darzustellen. Wir bedauern zutiefst die Beleidigung, die es ausgelöst hat." Inzwischen wurde der Post auf der Facebook-Seite des Unternehmens gelöscht.

Vielen Kritikern ist das nicht genug. Mehrere Menschen posteten Videos von sich in den sozialen Netzwerken, die sie beim Wegwerfen von Dove-Produkten zeigen. Andere listeten Alternativen zur Unilever-Marke auf. Zudem verweisen einige auf weitere rassistische Produktbewerbungen des Konzerns.

Schon 2011 gab es Kritik für eine Dove-Anzeige, in der ein Vorher-Nachher-Vergleich mit Frauen verschiedener Hauttypen beworben wurde: Im Vorher-Bild ist eine Frau mit dunkler Hautfarbe zu sehen, das Nachher-Bild zeigt eine Frau mit heller Hautfarbe. Des Weiteren verweisen Kritiker auf die englische Beschriftung einer Dove-Bräunungslotion, die mit dem Prädikat "von normaler zu dunkler Haut" angepriesen wird. 

 

Quelle: ntv.de, lsc

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen