Panorama

"Wollte ein Zeichen setzen"Dresdner Moschee-Bomber gesteht

05.02.2018, 12:49 Uhr
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Vor Gericht betonte Nino K., dass er den Sprengstoffanschlag auf die Moschee bereue. (Foto: picture alliance / Sebastian Kah)

Im September 2016 detoniert in Dresden eine selbstgebaute Bombe vor der Fatih-Moschee. Der deshalb angeklagte Nino K. gesteht nun die Tat vor Gericht. Auch die Attacke auf das ICC habe er verübt. Zu seinem Motiv bleibt er vage.

Im Prozess um die Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und ein Kongresszentrum in Dresden hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Nino K. räumte vor dem Landgericht Dresden ein, Rohrbomben und weitere Sprengvorrichtungen gebaut und unter anderem vor der Moschee deponiert zu haben, wie eine Justizsprecherin sagte. In seiner persönlich vorgetragenen Erklärung bekannte sich der 31-Jährige schuldig. "Ich hatte nie vor, Menschen zu verletzen oder gar in die Gefahr des Todes zu bringen", sagte er zum Vorwurf des Mordversuchs. Es sollte nach seinen Worten einen Feuerball und einen lauten Knall geben - "Ich wollte nur ein Zeichen setzen".

Nino K. soll am 26. September 2016 drei selbstgebaute Rohrbomben und mehrere Behälter mit brennbarer Flüssigkeit vor der Fatih-Moschee abgelegt und per Zeitschaltuhr gezündet haben. Er habe kein Licht gesehen und sei davon ausgegangen, dass sich keine Menschen in dem Moscheegebäude befanden, sagte der Angeklagte. Als er später hörte, dass die Familie des Imams da war, sei er schockiert gewesen. "Ich möchte deutlich sagen, dass ich die Tat bereue." Der Imam, seine Frau sowie die damals sechs und zehn Jahre alten Söhne blieben bei dem Anschlag unverletzt.

Auch zur Attacke auf das ICC bekannte K. sich schuldig, ohne Details zu nennen. Hier hatte der Angeklagte kurz nach dem Anschlag auf die Moschee einen weiteren selbstgebauten Sprengsatz gezündet. Auch hier blieb es bei Sachschäden.

Angeklagter schweigt zu Motiven

Ein 4,6 Kilogramm schwerer Spreng- und Brandsatz, den die Ermittler zweieinhalb Monate später im Zuge seiner Verhaftung in K.s Wohnung fanden, war nach seinen Angaben als Silvesterfeuerwerk gedacht. Er räumte vor Gericht auch die Herstellung zwei weiterer Sprengsätze ein, die später unter anderem in der Elbe gefunden wurden.

Nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft handelte der Angeklagte aus fremdenfeindlichen Motiven. Nino K. habe "als bekennender Anhänger" der islamfeindlichen Pegida-Bewegung und aufgrund seiner außerordentlichen Abneigung gegenüber Ausländern muslimischen Glaubens gehandelt, hatte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz bei der Anklageverlesung gesagt. K. äußerte sich dazu nicht. Beim Pegida-Bündnis war der Belüftungsmonteur als Redner in Erscheinung getreten.

Die Anschläge vor der zentralen Feier zum Tag der deutschen Einheit hatten 2016 bundesweit für Aufsehen gesorgt. K. wird unter anderem versuchter Mord und das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Ein Urteil in dem Verfahren wird für Anfang April erwartet.

Quelle: fhe/AFP/dpa

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