Panorama

Virologe warnt vor Euphorie Drosten: "Sommer kann ganz gut werden"

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Noch ist es zu früh, die Masken abzunehmen, mahnt Drosten.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Dass die Zahl der registrierten Neuinfektionen seit Tagen sinkt, führt Virologe Drosten in einem Interview noch nicht auf die Impfungen zurück. Diese dürften erst im Juni einen Effekt zeigen. Was den Sommer angeht, zeigt er sich zuversichtlich. 

Der Virologe Christian Drosten hat sich zuversichtlich über den Verlauf der Corona-Pandemie im Sommer gezeigt. "Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland", sagte Drosten am Sonntagabend im ZDF. "Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmalig Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind." Die aktuelle Entspannung sei "wahrscheinlich" noch auf verantwortungsbewusstes Verhalten der Bevölkerung zurückzuführen.

Gleichzeitig warnte der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité vor zu früher Euphorie. Deutschland sei noch nicht so weit wie andere Länder, sagte Drosten. "Wir müssen länger warten, weil wir noch nicht so weit sind mit unserem Impffortschritt." Sobald eine Impfquote wie in Großbritannien erreicht werde, könne gerade im Außenbereich wieder vieles zugelassen werden. Während in Großbritannien schon über 50 Prozent der Gesamtbevölkerung geimpft sei, gebe es in Deutschland 32 Prozent Erstimpfungen, vollständig geimpft seien noch nicht einmal zehn Prozent.

Für den Herbst werde die Herdenimmunität die Situation in Deutschland verbessern, zeigte Drosten sich zuversichtlich. Die Krankheit werde im Herbst nicht verschwunden sein, aber eine unkontrollierte Verbreitung werde nicht mehr zustande kommen. Erforderlich sei bei den Erwachsenen "eine sehr hohe Impfquote" gegen das Virus. Nicht Geimpfte hätten dann weiter "volles Risiko, sich zu infizieren".

Es sei "sehr gut, dass wir jetzt die über zwölfjährigen Kinder impfen können", erklärte Drosten. Für die Impfung jüngerer Kinder müssten noch Studien gemacht werden. Sollten sich seltene schwere Covid-19-Folgeerkrankungen bei Kindern häufen, müssten auch die jüngeren Kinder geimpft werden, sagte Drosten. Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten kürzlich bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Präparats für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa

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