Säuger stranden in NeuseelandDutzende Grindwale verenden im Sand

Immer wieder verirren sich Wale an die neuseeländischen Küsten. Wanderer entdecken Dutzende gestrandete Grindwale in einer Bucht. Geholfen werden kann den Meeressäugern allerdings nicht. Den Todesstoß versetzt ihnen die Natur.
An einem Strand in Neuseeland sind 29 Wale verendet. Die riesigen Säugetiere seien an einem abgelegenen Abschnitt auf Stewart Island vor der Südküste des Landes gestrandet, teilte die örtliche Tierschutzbehörde mit. Wanderer hätten die sterbenden Grindwale bereits am Dienstag entdeckt, es habe jedoch zwei Tage gedauert, bis sie von dem abgeschiedenen Ort aus Alarm bei den Rangern auslösen konnten. Ein Mitarbeiter sei daraufhin mit einem Hubschrauber zur Doughboy Bucht geflogen worden.
"Acht Wale lebten noch, als wir ankamen", sagte Ranger Phred Dobbins. "Aber es herrschte gerade Ebbe, und wir hatten so gut wie keine Hoffnung, die Tiere am Leben halten zu können, bis genügend Helfer eingeflogen wären." Die Walkadaver sollen nun auf dem abgelegenen Strand verwesen. Es käme in der Region etwa alle zwei Jahre vor, dass Wale stranden, betonte Dobbins. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.
Tödlicher Unterwasserlärm
Im Schnitt stranden an Neuseelands Küsten jährlich 300 Wale oder Delfine. Zuletzt waren im Februar mehrere Meeressäuger bei Farewell Spit, einer schmalen Landzunge an der Nordspitze der Südinsel, gestrandet und wenige Stunden später qualvoll verendet.
Warum Meeressäuger in seichtes Wasser gelangen und stranden, ist bis heute unklar. Eine Theorie besagt, dass sich kranke Tiere verirren und die anderen im Rudel ihnen folgen. Eine Studie aus dem Jahr 2013 bestätigte den schon seit Langem bestehenden Verdacht, dass Wale und Delfine auf ungewohnte Lärmbelästigung unter Wasser höchst empfindlich reagieren und auf akustische Umweltverschmutzung, etwa durch Sonargeräte von Schiffen, die Orientierung verlieren.
Wenn Wale stranden, müssen sie ständig befeuchtet werden, denn ihre hornhautlose Haut verbrennt unter der Sonneneinstrahlung. Zudem besteht die Gefahr, dass die Wale ersticken, weil ihr eigenes Gewicht auf die Lunge drückt.