Krebs durch Baby-PuderEhepaar bekommt Millionen Schadensersatz

Seit seiner Geburt nutzt ein US-amerikanischer Banker Baby-Puder - mit fatalen Folgen. Wegen der Nutzung des Produktes einer US-Firma soll er nun an Krebs erkrankt sein. Ein Gericht gibt ihm recht und sagt eine hohe Entschädigung zu.
Weil er mehr als 30 Jahre lang Baby-Puder nutzte und in dessen Folge an Krebs erkrankte, hat ein US-Amerikaner den Konzern Johnson & Johnson verklagt. Eine Jury in New Jersey sprach ihm und seiner Ehefrau nun eine Millionen-Entschädigung zu. Der Banker Stephen Lanzo bekam einem Bericht von CNN zufolge 30 Millionen Dollar zugesprochen, während seine Ehefrau 7 Millionen Dollar Schadensersatz erhalten soll.
Lanzo soll zwei verschiedene Produkte der US-Firma seit seiner Geburt 1972 genutzt haben, wie Reuters berichtet. Vor Gericht legte er dar, dass sich durch das Einatmen des Puders über die Jahre eine seltene und tödliche Krebs-Form namens Mesotheliom in seinen Lungen entwickelt habe.
Zurückgeführt wird das auf den Abbau des im Puder enthaltenen Talks, der oftmals mit Mineralien zusammen lagere, die für die Herstellung des gesundheitsschädlichen Baustoffs Asbest verwendet werden. Die Anwälte Lanzos argumentierten, dass Johnson & Johnson nicht ausreichend über die Risiken seines Produktes aufklärt habe.
Weitere Verdachtsfälle vor Gericht
Das Unternehmen behauptet dagegen, dass seine Produkte frei von Asbest seien. Das sei schon seit 1970 gesetzlich vorgeschrieben und auch eingehalten worden. Doch auch in anderen US-Gerichten wird derzeit über ähnliche Fälle verhandelt. Darunter sind Klagen, die einen Zusammenhang zwischen dem Talk-Puder und Eierstockkrebs herstellen.
Johnson & Johnson will sich laut CNN erst nach Abschluss des Verfahrens äußern. In der kommenden Woche komme die Jury erneut zusammen, um den Prozess abzuschließen. Den Schadensersatz soll nach gegenwärtigem Stand zu 70 Prozent Johnson & Johnson tragen. Den anderen Anteil muss voraussichtlich der Talk-Produzent zahlen.