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Unglaubliches Geschenk Ein Chef macht seine Mitarbeiter reich

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Hamdi Ulukaya verschenkt zehn Prozent seiner Firmen-Aktien.

chobani/history

Als kurdischer Einwanderer kam Hamdi Ulukaya nach New York. Griechischer Joghurt machte ihn zum Milliardär. Nun verschenkt er einen Teil seiner Firma an seine 2000 Mitarbeiter. Einige von ihnen könnten Millionäre werden. Warum er das macht, ist nicht ganz klar.

Die Überraschung steckt in einem kleinen weißen Kuvert. Darin erwartet jeden Mitarbeiter nicht etwa die Kündigung sondern die Information, wie viele Aktien des Unternehmens er gerade geschenkt bekommen hat. Hinter der spendablen Aktion steckt Hamdi Ulukaya. Der Selfmade-Milliardär und Inhaber des Joghurt-Herstellers Chobani, hat beschlossen, zehn Prozent aller Aktien an seine 2000 Angestellten zu verschenken.

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Warum macht Ulukaya das? Er habe etwas erschaffen, was er nie zu erreichen geglaubt habe, zitiert die "New York Times" den Unternehmer. Ulukaya ist in den USA genauso bekannt wie sein griechischer Joghurt. Er wuchs in einem kurdischen Dorf in der Türkei auf und ging nach Ankara zum Studium. Vor rund 20 Jahren verschlug es ihn nach New York. Dort sehnte er sich nach einem Joghurt, der so schmackhaft war wie der in seiner Heimat.

2005 kaufte Ulukaya eine gerade geschlossene Joghurt-Fabrik von Kraft Foods. Mittlerweile sind seine Produkte führend unter den griechischen Joghurts in den USA, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilt. Das alles hätte er aber nicht ohne seine Mitarbeiter erreicht, sagt Ulukaya. Nun gehöre ein Teil der Firma ihnen. Das sei besser als Boni auszuzahlen.

Nicht alle Mitarbeiter erhalten gleich viel. Je länger jemand für die Firma arbeitet, desto mehr Aktien bekommt er. Der durchschnittliche Mitarbeiter hat Aktien im Wert von etwa 150.000 Dollar erhalten. Es ist aber wahrscheinlich, dass manche Angestellte nun mehr als eine Million Dollar besitzen. Wie die Anteile zu Geld gemacht werden können, ist aber noch unklar. Entweder warten die Mitarbeiter einen Börsengang ab oder sie verkaufen die Anteile privat oder an eine Firma.

Vermögen in Flüchtlings-Stiftung

Der Selfmade-Milliardär - "Forbes" beziffert sein Vermögen derzeit auf 1,8 Milliarden Dollar - sorgt nicht zum ersten Mal für Schlagzeilen. Jüngst gab Ulukaya bekannt, sein Geld in Flüchtlinge zu investieren. Dafür steckte er die Hälfte seines Vermögens in eine von ihm gegründete Stiftung. Firmen, die Mitglied der Stiftung werden, verpflichten sich, Zuwanderer mit einer spezifischen Berufsberatung beizustehen und ihnen Arbeitsplätze zu verschaffen. Ulukaya geht mit gutem Beispiel voran, 30 Prozent der Chobani-Belegschaft sind Flüchtlinge.

Ob Ulukaya die Aktien einzig aus Wohltätigkeit an seine Mitarbeiter verschenkt hat, darf jedoch bezweifelt werden. Die überraschende Ankündigung kam kurz bevor die Investmentfirma TPG Capital 20 Prozent der Aktien kaufen konnte. TPG hatte dem Joghurthersteller mit einem Kredit von 750 Millionen Dollar ausgeholfen. Der Deal beinhaltete eine Kaufoption für 20 Prozent von Ulukaya, wenn Chobani gewisse Ziele erreicht.

Ulukaya und Vertreter von TPG sollen sich uneinig über die künftige Ausrichtung des Unternehmens sein, schreibt die "New York Times". Durch das plötzliche Aktiengeschenk an die Mitarbeiter hat Ulukaya seinen Firmenanteil verkleinert und TPG nur noch Anspruch auf die 20 Prozent der verbleibenden 90 Prozent der Aktien. Es könnte also auch ein cleverer Schachzug von Ulukaya sein.

Quelle: n-tv.de, dsi

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