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Brückenunglück in Südfrankreich Einsatzkräfte finden zweite Leiche

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Möglicherweise brachte ein zu schwerer Lastwagen die Brücke zum Einsturz.

(Foto: dpa)

In Südfrankreich finden die Einsatzkräfte nach dem Brückeneinsturz eine weitere Leiche. Überdies mehren sich Hinweise auf die Unglücksursache. Ein viel zu schwerer Lastwagen könnte das Bauwerk zum Einsturz gebracht haben.

Beim Einsturz einer Brücke in Südfrankreich sind nach bisherigen Erkenntnissen zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Fahrer eines Lastwagens sei tot gefunden worden, sagte der Bürgermeister des nördlich von Toulouse liegenden Ortes Mirepoix-sur-Tarn, Éric Oget, im französischen Fernsehen. Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Leiche aus dem Fahrzeug im Fluss Tarn zu bergen, so Oget. Zuvor war bereits der Tod einer 15-Jährigen bestätigt worden. Mehrere Menschen wurden verletzt. Wie viele Personen sich auf der Brücke befanden, ist noch immer unklar.

Die Brücke sei stark befahren gewesen, sagte Bürgermeister Oget. Viele Menschen hätten sie genutzt, um zur Arbeit zu kommen. Zwei Fahrzeuge - ein Auto und ein Lkw - waren mit Sicherheit auf der Brücke unterwegs und in den Fluss gestürzt, als sie zusammenbrach. Die Behörden gehen davon aus, dass noch ein drittes Fahrzeug auf der Brücke war. Der Grund für den Einsturz könnte ein zu schwerer Lastwagen gewesen sein. Die Unglücksursache ist aber noch unbekannt - sie wird nun untersucht. Die tödlich verunglückte 15-Jährige war im Auto mit ihrer Mutter auf der Brücke unterwegs, so die Behörden. Die Mutter überlebte. Sie schwamm an Land und steht nun unter Schock.

Das Unglück ereignete sich am Montagmorgen gegen 8 Uhr. Die gut 150 Meter lange und mehr als 5 Meter breite Hängebrücke verband die Orte Mirepoix-sur-Tarn und Bessières. Sie war in den 1930er Jahren gebaut und 2003 saniert worden. Laut Medienberichten soll der Lastwagen, der über die Brücke fuhr, zu schwer gewesen sein. Die Brücke war nur für Fahrzeuge bis 19 Tonnen Gewicht zugelassen. Der Sender France Bleu berichtete, dass der Lkw mit einem Anhänger auf der Brücke unterwegs war und insgesamt mehr als 40 Tonnen gewogen haben könnte. Eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht.

Zwei Lastwagen rollten auf die Brücke zu

Die Regionalzeitung "Dépêche du Midi" berichtete Ähnliches. Demnach waren zwei Laster in Richtung Brücke unterwegs, der erste mehr als 40 Tonnen schwer. Der zweite Lkw habe am Flussufer gehalten, der erste sei auf die Trasse gerollt - doch diese brach dann schließlich mit dem schweren Lkw und anderen Fahrzeugen zusammen. Die Brücke war "offenbar ordnungsgemäß überprüft worden" und hatte bei ihrer letzten detaillierten Inspektion "keine strukturellen Probleme" aufgewiesen, betonte Dominique Alzeari, Staatsanwalt in Toulouse. Frankreichs Premierminister Édouard Philippe sagte, die Brücke sei 2017 das letzte Mal gründlich untersucht worden. "Ihre technische Stabilität stand in keiner Weise infrage."

Bilder zeigen, dass die Hängebrücke vollständig zusammengebrochen ist. Nur an den Ufern lässt sich noch die Straße erkennen. Das Konstrukt, mit dem die Seile der Brücke über den Tarn gespannt wurden, ist größtenteils noch intakt. Im Fluss trieb zum Zeitpunkt der Aufnahme ein kleines weißes Auto. Dutzende Einsatzkräfte suchten nach Vermissten, Taucher und Hubschrauber waren an der Unglücksstelle.

Kurz vor Unglück rollte noch ein Schulbus über die Brücke

Die Bedingungen waren aufgrund der niedrigen Temperaturen im Fluss schwierig. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt, darunter auch Zeugen, die nach dem Unglück geholfen hatten. Es sei denkbar, dass neben den Fahrzeugen auch Fußgänger auf der Brücke waren, sagte Eric Oger, der Bürgermeister von Mirepoix-sur-Tarn.

"Ich war am Montagmorgen gegen 8 Uhr in meinem Badezimmer und hörte einen gewaltigen Lärm", sagte der Anwohner Philippe Duguet der Zeitung "La Dépêche du Midi". "Ich wohne 300 Meter von dieser Brücke entfernt, und es ist eine Route, die ich oft nehme." Medien berichteten, dass kurz vor dem Unglück noch ein Schulbus über die Brücke fuhr. Anwohner sagten demnach außerdem, dass viel zu schwere Lastwagen oft über die Brücke gefahren seien.

Für Entsetzen sorgte 2018 der Brückeneinsturz im italienischen Genua mit 43 Toten. Das Polcevera-Viadukt, bekannt auch als Morandi-Brücke, war am 14. August 2018 während eines Unwetters zusammengebrochen. Noch immer ist nicht geklärt, wie es zu dieser Katastrophe kam. Im Zuge dessen wurden auch in Frankreich die Brücken untersucht. Das erschreckende Ergebnis: Mindestens 25.000 befinden sich in schlechtem baulichen Zustand und bergen Sicherheitsrisiken.

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Quelle: n-tv.de, vpe/dpa

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