Panorama

Eisbrecher für 900 EinwohnerEisschlag legt Fährverkehr lahm - Hiddensee rät Urlaubern von Anreise ab

27.01.2026, 21:05 Uhr
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Die Fähre "Vitte" hat einen längeren Werftaufenthalt. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Insel Hiddensee bei Rügen ist nur über den Seeweg zu erreichen. Doch der zugefrorene Bodden dünnt den Schiffsbetrieb aus - und setzt nun auch die letzte verbliebene Fähre für Tage außer Gefecht. Übrig bleibt ein Notverkehr mit einem Eisbrecher.

Die Ostseeinsel Hiddensee ist derzeit nur über einen Notbetrieb mit dem Festland verbunden. Bürgermeister Thomas Gens rät bei Facebook und auf der Seite der Gemeinde Urlaubern und Gästen dringend von einer Anreise ab. Auch die Reederei Hiddensee bitte "dringend" darum, "von touristischen Reisen auf die Insel Hiddensee abzusehen". Inselbewohner würden auf jeden Fall "bevorzugt befördert", hießt es ebenfalls bei Facebook. Auf der etwa 19 Quadratkilometer großen Insel leben etwa 900 Menschen.

Hintergrund ist der praktisch zusammengebrochene Fährbetrieb angesichts der Witterungsbedingungen sowie technischer Ausfälle. Bereits seit Tagen verkehrt wegen des zugefrorenen Boddens zwischen den Inseln Hiddensee und Rügen nur eine Motorfähre. Diese hat nun aber einen Eisschaden erlitten und muss in die Werft, wie Gens weiter schreibt. Übrig bleibt damit nur der vergleichsweise kleine und nicht auf Personen- und Güterverkehr ausgelegte Eisbrecher "Swanti".

"Die vorhandenen Transportmöglichkeiten dienen aktuell ausschließlich der Grundversorgung der Inselbevölkerung", schreibt Gens.

"Oberste Priorität hat die Versorgung der Insulaner", etwa mit Lebensmitteln und Medikamenten sowie die Absicherung medizinischer Notfälle und die Einsatzfähigkeit des Rettungsdienstes. Die beschädigte Fähre sei in eine Werft nach Stralsund geschleppt worden. Ihr Ausfall werde mindestens sieben Tage dauern. Bis dahin hängt alles an der 1967 gebauten "Swanti".

Angesichts der wieder sinkenden Temperaturen ändert der Eisbrecher "Swanti" zudem seine bisherige Route und wird auf der benachbarten Insel Rügen einen anderen Ort als gewöhnlich ansteuern. "Diese Route ist stabiler als die Verbindung nach Schaprode und gewährleistet die Einsatzfähigkeit des Eisbrechers", schreibt Gens. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte erst am Wochenende von bis zu zehn Zentimeter dickem Eis in den Boddengewässer um Rügen sowie zwischen Rügen und Hiddensee und in der Nordansteuerung nach Stralsund gesprochen.

Quelle: ntv.de, jwu

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