Panorama

Todesstrafe wurde ausgeschlossen "El Chapo" muss für immer ins Gefängnis

f7fba8d4023c2658cf76ea78c7d55253.jpg

"El Chapo" wird den Rest seines Lebens in einem Gefängnis verbringen. Zwei Mal war schon aus der Haft geflüchtet.

(Foto: dpa)

Der mexikanische Drogenboss "El Chapo" wird von einem New Yorker Gericht zu einer lebenslangen Haftstrafe plus 30 Jahre verurteilt. Bereits im Februar diesen Jahres wurde er in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Außerdem soll er fast 13 Milliarden Dollar zahlen.

Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán muss für den Rest seines Lebens ins Gefängnis. Der 62-Jährige sei zu lebenslanger Haft plus 30 Jahre verurteilt worden und dürfe keinen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen, sagte Richter Brian Cogan in New York.

Außerdem forderte das Gericht "El Chapo" auf, eine Summe von 12,6 Milliarden Dollar (etwa 11,2 Milliarden Euro) zu zahlen. Dies sei eine "konservative Schätzung" der Summe, die Guzmán aus der Drogenkriminalität eingenommen habe, hatte die Staatsanwaltschaft zuvor mitgeteilt.

In einem der größten Prozesse zu Drogenkriminalität in der Geschichte der USA hatte eine Jury "El Chapo" vor fünf Monaten in allen zehn Anklagepunkten für schuldig befunden - unter anderem wegen Beteiligung an einer Verbrecherorganisation, Herstellung und internationaler Verbreitung der Drogen Kokain, Heroin, Methamphetamin und Marihuana sowie wegen Geldwäsche und des Gebrauchs von Schusswaffen.

Todesstrafe war nach Einigung ausgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine lebenslange Haftstrafe ausgesprochen. Guzmáns Verteidiger hatten bis zuletzt erfolglos versucht, den Prozess neu aufrollen zu lassen. Die nach Bundesgesetz zulässige Todesstrafe war nach einer Einigung zwischen den USA und Mexiko, von wo aus Guzmán nach seiner Festnahme ausgeliefert worden war, ausgeschlossen.

Guzmán galt als der mächtigste Drogenbaron seit dem Kolumbianer Pablo Escobar. Für Schlagzeilen sorgte er auch durch zwei spektakuläre Gefängnisausbrüche. Ein halbes Jahr nach seinem letzten Ausbruch im Juli 2015 wurde er in seinem Heimat-Bundesstaat Sinaloa festgenommen und ein Jahr später an die USA ausgeliefert. Dort begann im November sein Prozess.

Der Mann, der wegen seiner Körpergröße von 1,64 Meter den Spitznamen "El Chapo" ("Der Kurze") trägt, ist derzeit in einem Hochsicherheitsgefängnis in New Yorks Stadtteil Manhattan eingesperrt. Es gilt als wahrscheinlich, dass Guzmán nun in ein Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado verlegt wird.

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP/dpa

Mehr zum Thema