Weitere Personen unter VerdachtErmittlungen nach Crans-Montana-Brand auf Gemeindepräsident ausgeweitet

Nach dem Inferno mit Dutzenden Toten in Crans-Montana ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Nun geraten fünf weitere Verdächtige ins Visier der Behörde. Bei ihnen handelt es sich teilweise um hochrangige Personen in der Gemeinde.
Mehr als zwei Monate nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana mit mehr als 40 Todesopfern hat die Justiz strafrechtliche Ermittlungen gegen fünf weitere Verdächtige aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis wollte keine Namen nennen.
Wie aus Ermittlerkreisen zu erfahren war, wird unter anderem gegen Gemeindepräsident Nicolas Féraud ermittelt. Bei den vier weiteren Verdächtigen handelt sich demnach um einen ehemaligen Gemeinderat, der für öffentliche Sicherheit zuständig war, einen ehemaligen Brandschutz-Verantwortlichen sowie dessen Stellvertreter und ein Mitglied des aktuellen Teams für öffentliche Sicherheit.
In Crans-Montana waren in der Silvesternacht 41 Menschen bei einem Brand im Untergeschoss der Bar "Le Constellation" ums Leben gekommen. 115 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen und liegen noch immer im Krankenhaus. Den Ermittlern zufolge wurde die Brandkatastrophe wahrscheinlich durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst, die zu nahe an die mit Schaum verkleidete Decke gehalten wurden.
Gegen die Betreiber der Bar "Le Constellation" sowie gegen den ehemaligen und den aktuellen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde Crans-Montana wird bereits seit Wochen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Dies wird nun auch den fünf weiteren Verdächtigen zur Last gelegt.
Bei den Ermittlungen soll insbesondere geklärt werden, ob die Eigentümer der Bar und die Verantwortlichen der Gemeinde gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen haben. Die Gemeinde räumte bereits ein, dass seit 2019 keine Brandschutzkontrollen in der Bar stattgefunden hatten, obwohl diese jedes Jahr vorgeschrieben sind.