Panorama

Frau in Blumenladen erschossen Ex-DSDS-Kandidat erhält Höchststrafe

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Mit gesenktem Kopf wurde der Angeklagte in den Gerichtssaal geschoben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Scheitern der Beziehung tötet ein 32-Jähriger seine Ex-Partnerin aus Rache in einem Blumengeschäft. Anschließend wirft sich der ehemalige Castingshow-Teilnehmer vor einen Zug, doch er überlebt. Für den Mord wandert der Mann nun lebenslang hinter Gitter.

Für den Mord an einer jungen Frau in einem Blumenladen in Neuss ist ein 32-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Düsseldorf stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest und ging damit über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinaus.

Laut Anklage hatte der 32-Jährige, der 2008 bei "Deutschland sucht den Superstar" als Kandidat aufgetreten war, seine Ex-Freundin vergewaltigen und dann töten wollen. Die Frau hatte sich auf die Straße geflüchtet, wo ihr Verfolger mit einer Pistole das Feuer eröffnete. Vergeblich versuchte sie noch, in einem Blumenladen Schutz zu finden. Insgesamt trafen vier Kugeln die 27-Jährige in Kopf, Hals, Brust und Schulter. Nach den tödlichen Schüssen habe sich der Angeklagte in Tatortnähe auf Bahngleise gelegt. Er wurde von einem Güterzug erfasst, verlor dabei beide Beine und ist seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen.

"Die Verantwortung für den Ausgang des Verfahrens und die Tat tragen sie selbst", sagte der Vorsitzende Richter in Richtung des Verurteilten. Viele Menschen im Gerichtssaal weinten nach der Urteilsverkündung vor Erleichterung. "Wir haben hier keine Verzweiflungs-, sondern eine gezielte Rachetat", sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer, dem sich das Gericht voll anschloss. Der Angeklagte habe der Mutter, die er für das Ende der Beziehung zu der jungen Frau verantwortlich gemacht habe, die einzige Tochter nehmen wollen. Dies habe er in einer Whatsapp-Nachricht nach der Tat selbst offenbart.

Der 32-Jährige bestritt die Tatvorwürfe bis zuletzt. Geschossen hätten Unbekannte, denen er Geld geschuldet habe, hatte er behauptet. Dem widersprach der Staatsanwalt: "Da war kein anderer Mann, weit und breit nicht", sagte er. Die Tatwaffe sei in der Nähe der Bahngleise gefunden worden, wo der Angeklagte sie laut Zeugen hingeworfen habe.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa