Panorama

"Frühstart Spezial" mit Ulrichs Experte: "Alle an den Strand geht nicht"

Der Sommerurlaub wird in diesem Jahr anders aussehen als zuvor. Vor allem an Orten, die gern von vielen Menschen besucht werden, ist das Ansteckungsrisiko hoch. Mundschutz und Abstandsregeln seien deswegen auch in den Ferien unverzichtbar, sagt Epidemiologe Ulrichs.

Der Sommerurlaub wird in diesem Jahr nicht so stattfinden können wie in den vergangenen Jahren: Zurzeit ist völlig unklar, ob Auslandsreisen überhaupt möglich sein werden. Allerdings könnten auch nicht alle innerhalb Deutschlands Urlaub machen, sagt Epidemiologe Timo Ulrichs im "ntv Frühstart Spezial".

"Was wir gewohnt sind, wie wir Ferien oder Urlaub verbringen, das können wir, glaube ich, in diesem Sommer eher vergessen", sagt er weiter. Er selbst hat seinen Sommerurlaub mit der Familie bereits gestrichen. Die Ferien in diesem Jahr werden nicht ohne Mundschutz und Abstandsregeln denkbar sein. Wenn im Sommer alle auf die Idee kommen, an die Nord- oder Ostseestrände oder in den Bayrischen Wald oder den Harz zu fahren, könnte es Probleme mit den Abstandsregeln geben. "Wenn alle an die Ostsee fahren, weil sie zum Beispiel nicht ans Mittelmeer können, dann wird es eng", so Ulrichs.

Beim Reisen steigt das Risiko, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet. Grundsätzlich gilt: Je mehr Menschen auf engem Raum zusammenkommen, umso größer ist das Übertragungsrisiko. So ist das Risiko einer Ausbreitung des Virus in Hotels und Pensionen größer als zum Beispiel bei einem Urlaub mit dem Wohnmobil. Ein besonders hohes Risiko besteht auf Kreuzfahrtschiffen.

Da das Übertragungsrisiko an der frischen Luft niedriger ist als in geschlossenen Räumen, ist Reisen mit dem Rad generell unbedenklicher als zum Beispiel Bahnfahren oder Fliegen. Gegen Urlaub am Strand ist epidemiologisch gesehen aber nichts einzuwenden, außer es fahren alle an denselben Strand. "Alle zusammen an den Strand gehen, das geht nicht“, so Ulrichs. Das gilt dann auch für Badeseen.

Quelle: ntv.de, nla