Panorama

Neue Hitzerekorde verzeichnet Extreme Wechsel prägen den Sommer

123720416.jpg

Laut dem Deutschen Wetterdienst gab es in diesem Jahr 27 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Vergleich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beispiellose Hitzewellen gefolgt von ungewöhnlich kühlen Perioden - der Sommer 2019 ist alles andere als typisch. Auch wenn er insgesamt kühler ist als letztes Jahr, bricht er doch wieder einige Rekorde. Vor allem ein Monat war so heiß wie nie zuvor.

Der Sommer 2019 war der drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Das geht aus vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor. Die Durchschnittstemperatur lag demnach bei 19,2 Grad. Lediglich in den Jahren 2003 und 2018 war es in Deutschland mit 19,7 und 19,3 Grad noch wärmer.

Besonders ein Monat schlägt hier zu Buche, wie n-tv Meteorologe Björn Alexander erklärt: "Der Sommer 2019 fing ziemlich heftig und früh an und sorgte für einen extrem heißen Juni, der gut 4,5 Grad wärmer war als der langjährige Durchschnitt." Damit gilt der Juni 2019 als der wärmste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen.

Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander

Und dieser Sommer hat weitere Rekorde geknackt: Erstmals überschritten die Temperaturen in Deutschland die Marke von 42 Grad. Bei der Hitzewelle Ende Juli wurden im niedersächsischen Lingen 42,6 Grad gemessen. Vor Beginn des Sommers hatte die Rekordtemperatur bei 40,3 Grad im bayerischen Kitzingen gelegen. Dieser Wert wurde in diesem Jahr aber gleich mehrmals übertroffen.

"Dieser Sommer war beispiellos"

"Gemäß den Messungen des DWD wurde der deutsche Allzeit-Temperatur-Rekord von 40,3 Grad aus dem Jahr 2015 erst überboten und dann quasi pulverisiert mit 42,6 Grad in Lingen an der Ems. Ein Rekord, der aufgrund der Lage der Wetterstation sicherlich diskutabel ist, der aber vom DWD als offizielle Instanz bestätigt wurde. Anschließend folgte die nächste, eher unterkühlte und wechselhafte Tiefdruckphase, der zuletzt die dritte Hitzewelle des Sommers 2019 folgte", so Björn Alexander.

Und es sind gerade diese Wechsel, die den Sommer 2019 prägen: "Mit dem kühleren Abschnitt im Juli - also zwischen den zwei Heißphasen - wurden gleich mehrfach neue Dekadenrekorde für Minimumtemperaturen aufgestellt. Wir haben also im Juli erst die kälteste mögliche Luftmasse erlebt, der im Anschluss die heißeste aller Luftmassen in unseren Breiten folgte. Unterm Strich lässt sich feststellen: dieser Sommer geizte nicht an Extremen und war dementsprechend beispiellos."

Ein weiteres Thema ist die Trockenheit. So wurden laut DWD 175 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen, dieser Wert liegt um 27 Prozent unter dem langjährigen Vergleichswert von 239 Litern pro Quadratmeter. Das sei aber immerhin besser, als im vergangenen Jahr, erklärt Björn Alexander: "Das ist zwar nach wie vor ziemlich trocken - zumal in den tieferen Bodenschichten oft noch die extreme Dürre des Vorjahres vorhanden ist - aber gerade der Oberboden hat doch etwas mehr Regen abbekommen."

Ausblick auf den Herbst

Der Sommer sorgte auch für reichlich Sonnenschein: Mit 755 Sonnenstunden liegt er auf dem vierten Platz in der Statistik, die seit 1951 geführt wird. "Den meisten Sonnenschein erhielt die Insel Rügen und Umgebung mit bis zu 900 Stunden, den wenigsten einige Gebiete Schleswig-Holsteins mit örtlich nur 600 Stunden", berichtete der DWD.

Aus meteorologischer Sicht beginnt am kommenden Sonntag mit dem September bereits der Herbst. Der bisherigen Vorhersage zufolge sinken kommende Woche tatsächlich die Temperaturen, es soll wechselhaft und kühler werden.

Die meteorologische Unterteilung der Jahreszeiten stimmt nicht mit den kalendarischen oder auch astronomischen Jahreszeiten überein. Während der Kalender den Herbst immer erst mit der Tag-Nacht-Gleiche beginnen lässt - also wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht - ist der meteorologische Herbstbeginn immer am 1. September.

Quelle: n-tv.de, cpf/dpa

Mehr zum Thema