Panorama

Reaktion auf extreme Brandgefahr FDP will Wälder für Bürger sperren

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Ein Löschpanzer bekämpft einen Waldbrand in Groß Laasch bei Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern.

(Foto: dpa)

Seit fast drei Monaten ist es in Deutschland fast dauerhaft zu warm und zu trocken. Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe reicht aus, große Waldflächen in Brand zu setzen. Die FDP fasst deswegen drastische Schritte ins Auge.

Die FDP drängt die Bundesländer, wegen der teilweise extremen Trockenheit ihre Wälder abzusperren. "Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe oder eine im Wald abgestellte Glasflasche reicht schon aus, um große Waldflächen in Brand zu setzen", sagte Karlheinz Busen, der forstpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, der "Passauer Neuen Presse". Angesichts der hohen Waldbrandgefahr müssten die Länder "dringend die trockensten Waldgebiete vorsorglich für Bürger sperren".

Aufgrund der hohen Temperaturen seit Mai und ausbleibender Niederschläge besteht vor allem im Norden und Osten Deutschlands derzeit eine sehr hohe Waldbrandgefahr. Beispielsweise hat es in Sachsen-Anhalt im gesamten Juni nur 15 Liter je Quadratmeter Niederschlag gegeben. In Thüringen seien es im selben Zeitraum nur 20 Liter je Quadratmeter gewesen, sagte FDP-Sprecher Busen. Auch der bundesweite Durchschnitt von 50 Litern je Quadratmeter Niederschlag liege deutlich unter den langjährigen Mittelwerten.

Eine Besserung der Lage ist derzeit nicht in Sicht. Laut n-tv Meteorologe Björn Alexander wird es auch am Wochenende wieder sonniges und trockenes Sommerwetter geben, nachdem schon die vergangenen drei Monate fast durchgehend zu warm waren. Erst gestern hatte es in Brandenburg einen riesigen Brand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide gegeben.

Für Touristen und Erholungsbedürftige seien gesperrte Wälder natürlich ärgerlich. "Allerdings geht der Schutz des Waldes und der Tiere im Wald vor", sagte der FDP-Politiker Busen. Tatsächlich kann beispielsweise in Brandenburg ab Waldbrandgefahrenstufe 4 der Wald von den Forstbehörden für das Betreten gesperrt werden, wenn dies zum Schutz des Waldes oder seiner Besucher notwendig ist. Davon wird jedoch nur in Ausnahmefällen Gebrauch gemacht.

Quelle: ntv.de, chr/AFP