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Deutlich mehr "falsche Fuffziger"Falschgeld kann man auch im Netz bestellen

03.05.2016, 13:12 Uhr
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Der echte (links) und der falsche 50-Euro-Schein sind im schlimmsten Fall kaum voneinander zu unterscheiden. (Foto: dpa)

Es gibt nichts, das man nicht im Internet kaufen könnte. So auch Falschgeld. Allerdings muss man sich dafür gut im Darknet auskennen. Dann sind auch hochwertige Blüten aus der Gegend um Neapel zu bekommen.

Die Zahl der Falschgelddelikte in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte nach eigenen Angaben 86.500 Fälle, 42 Prozent mehr als 2014. Gegenüber 2011 habe sich die Zahl sogar verdoppelt. Die rund 112.000 im vergangenen Jahr aus dem Verkehr gezogenen Banknoten hatten demnach einen Nennwert von 5,5 Millionen Euro.

Verantwortlich für den starken Anstieg der Fallzahlen ist laut BKA besonders der zunehmende Vertrieb von Falschgeld über das Internet. Auf Plattformen im sogenannten Darknet könne neben gefälschten Noten auch Material zur Herstellung der Blüten bestellt werden, wie etwa Anleitungen, Hologramme oder Kopiervorlagen.

Während in der EU insgesamt falsche 20-Euro-Noten mit 69 Prozent am häufigsten entdeckt würden, dominiere in Deutschland mit rund 50 Prozent der "falsche Fünfziger", gefolgt vom Zwanziger mit 37 Prozent. Die Zahl der entdeckten falschen Euro-Münzen ging laut BKA um mehr als ein Viertel zurück. Etwa 33.820 waren es 2015, bei 80 Prozent davon handelte es sich um Zwei-Euro-Stücke.

Verbraucher erkennt Blüten kaum

Mehr als die Hälfte des 2015 in Deutschland registrierten Falschgelds wurde in den vier Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen sichergestellt. Bei rund 80 Prozent der sichergestellten Scheine handelt es sich dem BKA zufolge um sogenannte Napoli-Fälschungen, hochwertige Blüten, die aus der Gegend um die süditalienische Stadt Neapel stammen.

Den größten Teil der Fälschungen entdeckten vergangenes Jahr wie schon zuvor Banken und Unternehmen. Das lässt laut BKA darauf schließen, dass private Verbraucher die falschen Scheine meist nicht erkennen. Zwar nehme die Qualität der Fälschungen stetig zu, dennoch könnten sie auch von aufmerksamen Laien identifiziert werden. Wichtig sei, sich mit Sicherheitsmerkmalen vertraut zu machen und Geldscheine bei der Annahme genau in Augenschein zu nehmen.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/dpa

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