Panorama

Zehn Millionen Euro SchadenFestnahmen wegen Betrugsverdachts um gefälschte Louvre-Tickets

12.02.2026, 22:21 Uhr
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2025 zählte der Louvre in Paris neun Millionen Besucher. (Foto: Thomas Padilla/AP/dpa)

Ein mutmaßlicher Betrügerring soll jahrelang gefälschte Louvre-Tickets verkauft haben. Neun Verdächtige sind in Haft. Auch Mitarbeiter des meistbesuchten Kunstmuseums der Welt sollen teils in die Betrugsmasche eingebunden gewesen sein.

Die Pariser Justiz hat wegen des Verdachts eines großangelegten Betrugs mit Eintrittskarten in das berühmte Museum Louvre neun Menschen festgenommen und über 1,4 Millionen Euro beschlagnahmt. Zu den Festgenommenen gehörten Touristenführer, zwei Beschäftigte des Louvre sowie eine Person, die verdächtigt wird, das Netzwerk organisiert zu haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Die Festnahmen erfolgten nach Angaben der Behörde bereits am Dienstag. An diesem Freitag sollen die Verdächtigen dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Betrug soll nach Angaben der Ermittler über zehn Jahre angedauert haben. Der Louvre beziffere den entstandenen Schaden auf über zehn Millionen Euro. Die Summe sollen die Verdächtigten teils in Immobilien sowohl in Frankreich als auch in Dubai investiert haben, so die Staatsanwaltschaft. Ermittlungen zu einem möglichen Ticketbetrug fanden demnach auch im Schloss von Versailles statt.

Das Museum hatte Ende 2024 selbst bei der Polizei Alarm geschlagen, weil es die Existenz eines Netzwerks vermutete, das einen großangelegten Betrug organisiert. Die Betrüger sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gruppenführungen organisiert haben, die die zulässige Höchstzahl von Personen überschritten, und für die zusätzlichen Teilnehmer überhöhte Preise berechnet haben - außerhalb des offiziellen Ticketverkaufs und zum eigenen Profit. Auch sollen sie Tickets mehrfach verwendet und falsche Tickets verkauft haben. Museumsmitarbeiter sollen Geld dafür erhalten haben, bestimmte Gruppen nicht zu kontrollieren.

Nicht-Europäer zahlen regulär 32 Euro Eintritt

Um den mutmaßlichen Betrügerring zu überführen, setzten die Fahnder auf Überwachungsmaßnahmen und Abhöraktionen, erläuterte die Staatsanwaltschaft. Neben den Festnahmen wurde bei Razzien mehr als 957.000 Euro in bar beschlagnahmt, darunter 67.000 Euro in ausländischer Währung, sowie 486.000 Euro auf verschiedenen Bankkonten.

Das Museum habe einen Plan zur Betrugsbekämpfung angeschoben, der strengere Kontrollen und technische Maßnahmen umfasse, sagte eine Louvre-Sprecherin. Der Fall reiht sich in mehrere jüngere Vorfälle am Louvre ein. Im Oktober kam es zu einem spektakulären Einbruch, bei dem acht Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro entwendet wurden. Im November musste eine Galerie wegen technischer Schäden geschlossen werden.

Der Louvre in Paris ist das meistbesuchte Kunstmuseum der Welt. Im Jahr 2025 verzeichnete es insgesamt neun Millionen Gäste - etwas mehr als ein Jahr zuvor. Besucher zahlen zwischen 22 und 32 Euro Eintritt.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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