Panorama

Hurrikan kurz vor US-Südostküste "Florence" bringt meterhohe Flutwellen

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US-Präsident warnte die Bevölkerung bereits: "Bringt euch in Sicherheit."

(Foto: AP)

Die USA bereiten sich auf "Florence" vor. In den kommenden 36 Stunden wird der Hurrikan voraussichtlich auf Land treffen. Meteorologen warnen bereits vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und Regenfällen in den Ballungsräumen der Südostküste.

Banges Warten auf einen besonders mächtigen Hurrikan an der Südostküste der USA: Der Sturm namens "Florence" bewegt in Richtung der Küstenstaaten North und South Carolina, wie das Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte. Der Sturm habe "weiterhin Kategorie 4 mit Windgeschwindigkeiten bis zu 220 Kilometern pro Stunde", erklärte n-tv Meteorologe Björn Alexander die bedrohliche Lage vor der US-Ostküste. "Florence" werde als extrem gefährlicher Hurrikan voraussichtlich am späten Donnerstagabend oder in der Nacht zum Freitag auf Land treffen.

"Große Gefahr besteht hierbei durch die Flutwellen von drei bis vier Metern sowie durch den sintflutartigen Regen. Derzeit ist davon auszugehen, dass verbreitet 400 bis 500 Liter Regen pro Quadratmeter binnen 24 Stunden fallen", so Alexander. Da sich "Florence" nach dem Landgang zwar rasch abschwächen werde, aber kaum noch weiter bewege, könnten am Tag stellenweise sogar Regenmengen um 800 Liter pro Quadratmeter oder mehr innerhalb von 2 Tagen zusammenkommen.

Millionen Menschen müssen Häuser verlassen

Für North und South Carolina sowie den nördlich gelegenen Staat Virginia gab das Zentrum eine Warnung vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und Regenfällen aus. Mehr als eine Million Einwohner entlang eines 400 Kilometer langen Küstengebietes zwischen Charleston in South Carolina und Norfolk in Virginia sollten sich auf Anordnung der Behörden in Sicherheit bringen. Viele folgten offenbar dem Aufruf, denn die Behörden registrierten viel mehr Verkehr als normalerweise üblich, berichtete etwa Brenda Bethune, die Bürgermeisterin des Urlaubsortes Myrtle Beach in South Carolina.

Die Behörden rechneten damit, dass insgesamt bis zu fünf Millionen Menschen ihre Häuser vorübergehend verlassen müssen. Die Prognosen der Meteorologen lassen Schlimmes befürchten: Sie warnen vor extremen Regenfällen, großflächigen Stromausfällen, lebensgefährlichen Sturmfluten und Überschwemmungen. Auf Fotos in US-Medien war zu sehen, wie fieberhaft Häuser verbarrikadiert wurden. US-Fernsehsender zeigten Bilder von leergekauften Supermarktregalen und langen Schlangen vor Tankstellen.

"Dieser Hurrikan wird sehr stark sein"

Die drei besonders gefährdeten Bundesstaaten South Carolina, North Carolina und Virginia hatten vorsichtshalber bereits am Sonntag den Notstand ausgerufen, um sich für den Sturm zu wappnen. Am Dienstag tat dies die Bürgermeisterin von Washington D.C., Muriel Bower, auch für die US-Hauptstadt. Diese grenzt nördlich an Virginia an. "Dieser Hurrikan wird sehr stark sein, sogar stärker als das, was man in Jahrzehnten gesehen hat", sagte US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit Journalisten im Weißen Haus in Washington. Die Sicherheit seiner Landsleute habe im Moment höchste Priorität. Trump forderte den US-Kongress auf, sich darauf vorzubereiten, eventuell Hilfsgelder zu genehmigen. Wegen des Hurrikans sagte er für Ende der Woche mehrere Wahlkampfauftritte ab.

Weiter südlich im Atlantik bewegt sich der Sturm "Isaac" auf die Karibikinseln zu. Ungefähr 1500 Kilometer östlich von "Isaac" tobt derzeit auch noch Hurrikan "Helene" mit Windgeschwindigkeiten von 175 Kilometern pro Stunde im Atlantik. Wegen seines prognostizierten Nordkurses, der ihn in kältere Gewässer führt, birgt er aber kaum Gefahr, jemals Land zu erreichen.

Die Hurrikan-Saison hatte Anfang Juni begonnen. Die Tropenstürme im Atlantik und Pazifik werden jedes Jahr in alphabetischer Reihenfolge benannt. "Florence" ist damit der sechste in dieser Saison - er hat sich allerdings Zeit gelassen auf seinem Weg an die Küste. Der Sturm "Gordon", der sich erst nach "Florence" gebildet hatte, war bereits Anfang September von Mexiko aus auf die Südküste der USA getroffen und hatte dort gewütet - ein Kind kam ums Leben.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa