Panorama

Tötung durch Ex-Polizisten Floyd-Prozess soll erst im März beginnen

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Bis auf den Hauptangeklagten erschienen die drei anderen Beschuldigten im Fall George Floyd persönlich vor Gericht - wie hier J. Alexander K. (rechts).

(Foto: AP)

Bei einem Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis stirbt George Floyd qualvoll. Wegen der Tötung des Afroamerikaners müssen sich vier Ex-Polizisten vor Gericht verantworten. Doch der Prozessbeginn ist erst für das kommende Jahr anberaumt.

Das Hauptverfahren gegen vier wegen der Tötung des Afroamerikaners George Floyd angeklagte Ex-Polizisten soll US-Medienberichten zufolge am 8. März 2021 beginnen. Zuvor soll es am 11. September noch eine Anhörung zu Verfahrensfragen geben, wie Richter Peter Cahill bei einem Anhörungstermin in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota verfügte.

Zugleich warnte Cahill die Staatsanwälte wie auch die Verteidiger davor, ihre Argumente vor dem Prozess über die Medien zu verbreiten, damit kein Einfluss auf das Verfahren genommen werde. Andernfalls könne eine Verlegung des Verfahrens an einen anderen Ort nötig sein, um einen fairen Prozess zu garantieren, wie die örtlichen Fernsehsender ABC5 und Kare11 berichteten.

Die etwa einstündige Anhörung wurde nicht im Fernsehen übertragen. Der Zugang zum Gerichtssaal für Journalisten war auch wegen der Coronavirus-Pandemie begrenzt worden. Der Hauptangeklagte Derek C. wurde für den Gerichtstermin vom Gefängnis aus zugeschaltet. Die anderen drei Beschuldigten erschienen persönlich vor Gericht. Zwei der Ex-Polizisten sind auf Kaution frei.

Der unbewaffnete Floyd war am 25. Mai in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Sein Tod führte landesweit sowie in der ganzen Welt zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Floyds verzweifelte Worte "Ich kann nicht atmen" wurden zum Slogan der Demonstranten. Die Polizeibeamten hatten Floyd wegen des Verdachts, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen. Sie drückten ihn auf der Straße zu Boden. Der weiße Beamte Derek C. drückte sein Knie rund acht Minuten lang in Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb an Ort und Stelle.

Staatsanwaltschaft sieht keine Tötungsabsicht

Die Staatsanwaltschaft wirft Derek C. unter anderem "Mord zweiten Grades" vorwirft. Dies entspricht etwa einem Totschlag in einem besonders schweren Fall, worauf in Minnesota bis zu 40 Jahre Haft stehen. Eine Tötungsabsicht sieht die Staatsanwaltschaft nicht. Den übrigen Ex-Polizisten wird Beihilfe zur Last gelegt. Einer von ihnen, Alexander K., plädierte auf nicht schuldig und berief sich auf das Recht der Anwendung verhältnismäßiger Gewalt zur Selbstverteidigung, wie ein bei Gericht eingereichtes Dokument zeigte. Die Anwälte der übrigen Angeklagten nahmen zu den Vorwürfen noch nicht Stellung, wie die örtlichen Medien berichteten.

Als Reaktion auf Floyds Tod und die Proteste wurden inzwischen Polizeireformen in mehreren US-Städten auf den Weg gebracht. Auch dem US-Kongress liegen Gesetzesvorschläge für Reformen bei der Polizei vor.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/AFP