Panorama

Trotz Inzidenz von fast 300 Frankreich lockert seine Corona-Maßnahmen

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Eine erste Runde an Lockerungen soll ab Montag greifen.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Ab Wochenbeginn dürfen sich Franzosen über Lockerungen einiger Corona-Maßnahmen freuen. Der zulässige Bewegungsradius steigt, Schulen öffnen wieder ihre Pforten. In wenigen Wochen sollen weitere Einschränkungen fallen. Experten haben angesichts der Lage allerdings Bedenken.

Frankreich lockert ab Montag seine Corona-Auflagen: Wie von Präsident Emmanuel Macron angekündigt, dürfen sich die Bürger erstmals seit Inkrafttreten des Lockdowns vor einem Monat tagsüber wieder frei bewegen - bisher galt eine Zehn-Kilometer-Grenze um die Wohnung für nicht notwendige Fahrten. Zudem kehren Mittelschulen und Gymnasien überwiegend zum Präsenzunterricht zurück. Kitas und Grundschulen sind bereits seit einer Woche geöffnet.

Ab dem 19. Mai ist unter anderem die Öffnung von Außengastronomie und Kulturstätten geplant. Die nächtliche Ausgangssperre soll dann später beginnen - statt bisher 19 Uhr um 21 Uhr. Bis Ende Juni soll der Lockdown vollständig enden.

Viele Gesundheitsexperten halten dies für riskant, die Inzidenz in Frankreich ist mit rund 300 weiter sehr hoch. Der Präsident der Krankenhausgesellschaft FHF, Frédéric Valletoux, verwies Ende vergangener Woche auf den anhaltenden "Kampf in den Kliniken" mit 300 bis 400 täglichen Todesfällen und immer noch fast 6000 Corona-Patienten auf den Intensivstationen.

Auch Macrons neue Corona-"Bremse" steht in der Kritik: Sie soll erst bei einer Inzidenz von 400 greifen statt ab 100 wie in Deutschland. Der Epidemiologe Antoine Flahault hatte gewarnt: "Mit einem Alarmwert von 400 steht Frankreich ein schwieriger Sommer bevor."

Die Regierung setzt deshalb auf mehr Impfungen, die Impfkampagne soll entsprechend beschleunigt werden. Seit Samstag können sich alle Menschen ab 18 Jahren mit Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck impfen lassen, ab Mitte Mai alle Bürger ab 50. Zum 15. Juni soll die Impfpriorisierung ganz fallen.

Quelle: ntv.de, kst/AFP

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