Zahl wahrscheinlich zu niedrigFrankreich meldet 1000 zusätzliche Tote während Hitzewelle

In Frankreich beginnen die Temperaturen nach der Rekord-Hitzewelle wieder zu sinken. In einer ersten Bilanz zählt die Gesundheitsbehörde 1000 zusätzliche Todesfälle während der Hitzeperiode. Die endgültige Zahl der Todesopfer dürfte höher liegen.
In Frankreich haben die Gesundheitsbehörden während der aktuellen Hitzewelle seit Mittwoch etwa 1000 zusätzliche Todesfälle im Vergleich zu den Vormonaten verzeichnet. Laut einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Santé publique France starben vor allem ältere Menschen ab 65 Jahren. Die Zahlen seien vorläufig und wahrscheinlich zu niedrig angesetzt, hieß es. Nach elf Tagen außergewöhnlicher Hitze mit mehr als 40 Grad in vielen Teilen des Landes sanken die Temperaturen in Frankreich derweil wieder etwas.
Die größte Zunahme wurde den Angaben zufolge bei den Todesfällen in der eigenen Wohnung registriert. Besonders betroffen war dabei die Region Île-de-France, zu der auch die Hauptstadt Paris gehört. Dies sei eine Erinnerung daran, wie wichtig Solidarität gegenüber denjenigen Menschen sei, die isoliert lebten oder in tiefer Einsamkeit, auch in urbanen Regionen, erklärte die Gesundheitsbehörde.
Unter der aktuellen Hitzewelle leiden weite Teile Europas. Nicht alle Länder haben aktuelle Zahlen zu möglichen Todesopfern erfasst. Spanien hat eine Übersterblichkeit von mehr als 300 Todesfällen gemeldet. Für Deutschland liegen keine Zahlen zur aktuellen Hitzewelle vor. Forscher warnen davor, dass die Zahl der Hitzetoten hierzulande stark steigen könnte. Von zuletzt im Schnitt etwa 4800 Hitzetoten jährlich könnte sich diese Zahl bis Ende des Jahrhunderts fast verdreifachen - und im Extremszenario sogar verneunfachen. Dabei ist der Effekt der alternden Bevölkerung noch gar nicht berücksichtigt.