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Ärzte entscheiden gegen Eltern Französischer Wachkoma-Patient soll sterben

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Ärzte bezeichneten den Zustand Vincent Lamberts als vegetativ.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit 2008 liegt Vincent Lambert querschnittsgelähmt in einer Art Wachkoma. Seine Eltern und andere Angehörige hoffen noch, dass der Franzose irgendwann wieder aufwacht. Seine Ärzte und seine Frau wollen die lebenserhaltenden Maßnahmen bald einstellen.

Die Ärzte des französischen Wachkoma-Patienten Vincent Lambert haben angekündigt, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden. Der behandelnde Arzt habe der Familie mitgeteilt, die Geräte in der Woche ab dem 20. Mai abzuschalten, heißt es in einem Schreiben der Anwälte der Familie. Die Mitteilung sei ohne weitere Erläuterungen erfolgt.

Die Eltern wollen ihren 42-jährigen Sohn am Leben erhalten. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hatte ihren Einspruch gegen die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte aber bereits Ende April abgelehnt. In der Woche zuvor hatte der französische Staatsrat als oberstes Verwaltungsgericht ebenfalls gegen die Eltern entschieden.

Der Fall beschäftigt die französische Justiz seit Jahren: Bereits 2015 hatte das Menschenrechtsgericht entschieden, die Apparate sollten abgeschaltet werden. Die Eltern und andere Angehörige legen jedoch immer wieder Rechtsmittel ein. Die Frau und mehrere Geschwister von Vincent Lambert sind dafür, die Geräte abzuschalten.

Lambert hatte 2008 im Alter von 32 Jahren bei einem Motorradunfall schwere Kopfverletzungen erlitten. Er liegt seither querschnittsgelähmt in einer Art Wachkoma. Die Ärzte bezeichnen seinen Zustand als vegetativ.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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