Panorama

Wer bringt die Braut zum Altar?Frau findet besten Ersatz für toten Vater

09.08.2016, 11:40 Uhr

Am Arm des eigenen Vaters zum Altar schreiten, das ist der Traum vieler Frauen. Doch für eine US-Amerikanerin erscheint er unerfüllbar, denn ihr Vater wurde vor zehn Jahren ermordet. Aber da ist etwas von ihm, das weiterlebt.

Jeni Stepien verlor ihren Vater vor fast zehn Jahren. Im September 2006 erschoss ein 16-Jähriger den damals 53-jährigen Michael Stepien bei dem Versuch, ihn auf dem Nachhauseweg auszurauben. Als die 33-Jährige jetzt ihre Hochzeit vorbereitete, wurde ihr der Verlust erneut schmerzlich bewusst. Niemals würde ihr Vater mit ihr zusammen die Kirche betreten, um sie an ihren Bräutigam zu übergeben.

Fast verzweifelt überlegte die Grundschullehrerin aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania, wie sie es schaffen könnte, dass sie auch die Anwesenheit ihres Vaters an diesem so wichtigen Tag fühlen könnte. Die zündende Idee hatte schließlich ihr Verlobter Paul Maenner. Denn als Michael Stepien nach dem Überfall im Sterben lag, hatte sich die Familie entschlossen, seine Organe zu spenden.

Michaels Herz ging an Arthur Thomas, einen Vater von vier Kindern. Thomas' Ärzte gingen zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass er ohne eine Transplantation nur noch wenige Tage zu leben hätte. Nachdem er das Herz erhalten hatte, hatte Thomas einen langen Dankesbrief an die Familie Stepien geschrieben. Über die Jahre waren immer wieder Geburtstags- und Weihnachtskarten ausgetauscht worden.

Die größte Ehre überhaupt

Nun schlug Maenner vor, Thomas zu fragen, ob er vielleicht die Rolle des Brautvaters übernehmen könnte. "Ich dachte, das wäre der beste Weg, sich ihrem Vater nahe zu fühlen", sagte der Bräutigam später. Thomas sagte ja, nachdem er seine eigene Tochter um Erlaubnis für diesen Dienst gebeten hatte. Pünktlich zum großen Tag reiste er gemeinsam mit seiner Frau aus Lawrenceville im US-Bundesstaat New Jersey an.

Die Hochzeit fand schließlich in der gleichen Kirche statt, in der schon Jeni Stepiens Eltern getraut worden waren. Die Braut schritt zum Altar am Arm des Mannes, in dem das Herz ihres Vaters schlägt. Bevor sie sich ihrem Bräutigam zuwandte, legte sie ihre Hand kurz auf Thomas' Brust. Stepien sagte später über diesen Moment: "Ich war einfach so dankbar, dass mein Vater im Geist mit uns sein konnte, und ein wenig auch tatsächlich. Das war wirklich für uns etwas ganz Besonderes." Und auch Thomas zeigte sich überwältigt: "Was für eine größere Ehre könnte es sein, als die Tochter des Mannes zu begleiten, der mir sein Herz gegeben hat. Ich kann mir keine größere Ehre vorstellen."

Quelle: ntv.de, sba

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