Panorama

Vergewaltigung von 18-Jähriger Freiburg: Haftbefehl lag bereits vor der Tat vor

110790177.jpg

Weil es in Freiburg immer wieder zu Verbrechen kommt, trifft sich Innenminister Strobl am Mittwoch mit Stadt und Polizei.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mitte Oktober wird eine junge Frau in Freiburg von mehreren Männern vergewaltigt. Gegen einen der mutmaßlichen Täter gibt es zu dem Zeitpunkt bereits einen Haftbefehl. Doch die Polizei kann ihn nicht festnehmen.

Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg haben die Ermittler nähere Angaben zu einem der Verdächtigen gemacht. Gegen ihn habe bereits seit dem 10. Oktober ein Haftbefehl vorgelegen, der aber nicht vollzogen werden konnte, da sein Aufenthaltsort zu dem Zeitpunkt nicht sicher gewesen sei. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Freiburg mit. Das Fahndungsdezernat sei dann eingeschaltet worden. Der Haftbefehl sei am 21. Oktober vollstreckt worden. Wegen welcher Straftat der Haftbefehl vorlag, sagten die Ermittler nicht. Zunächst waren ermittlungstaktische Gründe für die Verzögerung angegeben worden.

Innenminister Thomas Strobl kündigte für Mittwoch ein Treffen seines Ministeriums mit der Freiburger Polizei und der Stadt an. Nach Angaben des Ministeriums nehmen Strobls Staatssekretär Julian Würtenberger, Freiburgs Polizeipräsident Bernhard Rotzinger und der Oberbürgermeister der Stadt, Martin Horn, an dem Treffen zur Sicherheitslage im Freiburger Rathaus teil.

Eine Sprecherin der Stadt sprach von einem internen Arbeitstreffen, das schon seit langem geplant gewesen sei - ursprünglich allerdings nur zwischen Kommune und Polizei. Horn hatte zuvor mehr Polizisten für seine Stadt gefordert. Die Sicherheitspartnerschaft zwischen dem Land und der Stadt müsse intensiviert und gefestigt werden, sagte der 33-Jährige. Stadt und Land hatten diese Partnerschaft im vergangenen Jahr geschlossen.

Kriminalität in Freiburg rückläufig

Zuvor hatte es in und um Freiburg mehrere schwere Verbrechen gegeben, unter anderem Morde an zwei Frauen. Im Rahmen der Partnerschaft hatte Strobl 35 zusätzliche Polizisten nach Freiburg geschickt, das Programm ist jedoch befristet. Strobl sagte, die Sicherheitspartnerschaft habe sich sehr erfolgreich entwickelt. "Wir arbeiten aber gerne miteinander daran, wie wir es noch besser machen können, wie wir Freiburg noch intensiver unterstützen können." Die Kriminalität in Freiburg gehe zurück. Auch die Aufklärungsquote sei gestiegen. "Aber nichts ist so gut, als dass man es nicht noch ein bisschen besser machen könnte", sagte Strobl.

Nach einem Disco-Besuch soll eine 18-Jährige in der Nacht zum 14. Oktober von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft - sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher. Der Mann, gegen den bereits der Haftbefehl vorlag, soll mit der 18-Jährigen die Disco verlassen haben.

Mehrere Medien berichteten, dass der mutmaßliche Haupttäter auch wegen zahlreicher anderer Vergehen, darunter exhibitionistische Handlungen und versuchte sexuelle Nötigung, aufgefallen sein soll. Dazu machte die Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben. "Die Ermittlungen dauern an", teilte eine Sprecherin mit. Zwischenergebnisse würden grundsätzlich nicht mitgeteilt. Die genaue Anzahl der mutmaßlichen Täter sei weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa