Von Küstenwache gefilmtBerliner ertränkt Segelfreund im Streit in Schweden - lebenslang

Im Sommer 2024 filmt die schwedische Küstenwache ein Gerangel zweier Segler im Kattegat. Einer von ihnen ertrinkt in der Folge im Wasser. Einen Unfall schließt das Berliner Landgericht jedoch aus und verurteilt seinen Begleiter des Mordes.
Nach dem Tod eines Seglers in Schweden ist ein 66-Jähriger zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach den langjährigen Freund des 71-jährigen Opfers des Mordes schuldig. Der Angeklagte habe seinen Segelpartner im August 2024 nach einem Streit an Bord vor der schwedischen Küste zweimal massiv unter Wasser gedrückt, sagte der Vorsitzende Richter.
Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger plädierten auf Freispruch. Der 66-Jährige habe seinen Freund retten wollen, der Versuch sei jedoch "tragisch fehlgeschlagen". Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Laut Anklage soll der 66-jährige Deutsche seinen langjährigen Freund und Segelpartner, der nach wechselseitigen Handgreiflichkeiten ins Wasser geglitten sei, tödlich attackiert haben. Von hinten soll er sich schwimmend dem 71-jährigen Rechtsanwalt genähert und ihn schließlich unter Wasser gedrückt haben. Zuvor sei es auf dem Trimaran zu einem Streit gekommen.
Videoaufnahmen aus einem Flugzeug
Den Untersuchungen zufolge geschah die Tat als die beiden Männer bereits auf dem Rückweg von einer Segelregatta in Norwegen waren. Im schwedischen Kattegat soll es demnach zum Streit über den Zustand des Bootes und Sicherheitsmängel gekommen sein. Vor Gericht behauptete der Angeklagte, dass der 71-Jährige ihn ins Gesicht geschlagen und in den Finger gebissen hätte.
In dem Gerangel sei das Opfer der Verteidigung zufolge dann über Bord gefallen, woraufhin der Angeklagte versucht habe ihn zu retten und wieder ins Boot zu ziehen, wie der "Spiegel" berichtete. Laut Anklage habe der 66-Jährige sein Opfer jedoch zuerst mit einem Metallbügel geschlagen und dann gezielt ertränkt.
Die Staatsanwaltschaft stützte sich in ihrer Anklage auf Videoaufnahmen von Teilen des Geschehens im offenen Meer, die zufällig aus einem Flugzeug der schwedischen Küstenwache aus etwa 1000 Metern Höhe heraus gefertigt wurden. Der Angeklagte wurde kurz nach dem Tod des 71-Jährigen in Schweden festgenommen. Seit November 2024 befindet er sich in Berlin in Untersuchungshaft.