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Flugzeugunglück in Äthiopien Fünf Deutsche waren an Bord des Todes-Jets

Bei dem Flugzeugunglück in Addis Adeba kamen alle 157 Insassen ums Leben. Wie die Airline mitteilt, saßen auch fünf Deutsche an Bord. Auch drei Österreicher befanden sich in der Maschine. Die Ursache des Absturzes ist weiter unklar.

Bei dem Absturz einer Passagiermaschine in Äthiopien waren nach Angaben der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines auch fünf Deutsche unter den Passagieren. Dies geht aus einer Aufstellung hervor, welche die Airline auf Twitter veröffentlichte. Demnach waren auch drei Österreicher an Bord der Maschine, die auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi in Kenia abstürzte.

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Auch das Auswärtige Amt geht davon aus, dass Deutsche unter den Opfern sind. "Das Auswärtige Amt und die Botschaft Addis Abeba stehen mit Ethiopian Airlines und den äthiopischen Behörden in engem Kontakt, um dazu schnellstmöglich gesicherte Informationen zu erhalten", teilte das Ministerium in Berlin mit, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte zuvor auf Twitter den Familien und Angehörigen der Opfer des Unglücks sein Beileid ausgesprochen.

"Unsere tief empfundene Anteilnahme und unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer", hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits kurz nach dem Unglück über die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz erklären lassen. In einem Kondolenzschreiben schrieb Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: "Der Tod so vieler Menschen an Bord erfüllt mich mit tiefer Trauer."

Insgesamt befanden sich nach Angaben der Airline 157 Menschen aus 35 Ländern an Bord der Boeing 737 MAX 8. Laut Ethiopian Airlines stammten acht der Insassen aus Italien, jeweils sieben aus Frankreich und Großbritannien, vier aus der Slowakei, jeweils drei aus Russland und Schweden, jeweils zwei aus Spanien und Polen sowie jeweils einer aus Belgien, Irland, Norwegen und Serbien. Aus Kanada kamen 18 Insassen, aus den US acht. Weitere Weitere Menschen stammten aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten.

UN-Mitarbeiter unter den Opfern

Unter den Opfern in Äthiopien sind nach Angaben von UN-Generalsekretär António Guterres auch Mitarbeiter der Vereinten Nationen. Genaue Zahlen oder Details nannte Guterres in einer Mitteilung allerdings nicht. Die Vereinten Nationen stünden in Kontakt mit den äthiopischen Behörden, um Details herauszubekommen. Das Unglück mache ihn "zutiefst traurig", sagte Guterres weiter und drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Von der Internationalen Organisation für Migration hieß es, dass nach ersten Erkenntnissen 19 Mitarbeiter von UN-Organisationen umgekommen sein könnten. An diesem Montag beginnt in Nairobi eine UN-Umweltkonferenz, bei der Staats- und Regierungschefs, Umweltminister und Experten aus aller Welt erwartet werden.

An Bord des Fliegers starb auch Siziliens Regionalminister für Kultur, Sebastiano Tusa, wie der Präsident der Region Sizilien, Nello Musumeci, auf Facebook mitteilte. Der 66-jährige Archäologe war auf dem Weg nach Kenia, um dort an einem Unesco-Projekt teilzunehmen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Pilot setzt Notruf nach Start ab

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Die Boeing mit der Flugnummer ET302 war bei gutem Wetter in der äthiopischen Hauptstadt gestartet. Der Airline zufolge brach der Kontakt mit der Maschine sechs Minuten nach dem Abheben gegen halb neun am Sonntagmorgen ab. Zu diesem Zeitpunkt habe sich das Flugzeug nahe der Stadt Bishoftu befunden. Der Pilot habe Probleme gemeldet und um Erlaubnis zur Rückkehr nach Addis Abeba gebeten. Dafür habe er grünes Licht bekommen. Kurz darauf stürzte die Maschine ab.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete von einem tiefen Krater an der Unglücksstelle. Flugzeugteile und persönliche Gegenstände der Passagiere lagen weit verstreut. Rettungskräfte bargen menschliche Überreste aus dem Flugzeugwrack.

Die neue Maschine war zuletzt am 4. Februar gewartet worden. Seit dem Kauf des Flugzeuges Ende letzten Jahres sei es rund 1200 Stunden im Einsatz gewesen. Der Pilot hatte seit 2010 für die Fluggesellschaft gearbeitet.

Die Absturzursache ist noch unklar. Ethiopian Airlines gilt als zuverlässige Fluggesellschaft. Sie unterhält eines der größten Streckennetze in Afrika und bringt viele Passagiere aus anderen Kontinenten über das Drehkreuz Addis Abeba in zahlreiche afrikanische Länder. Sie bietet weltweite Verbindungen an, auch nach Frankfurt am Main, München, London, New York, Bangkok und Dubai.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP/dpa

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