Panorama

Vorwurf der fahrlässigen TötungFünftes Opfer stirbt nach Unglück in Lederfabrik

01.05.2026, 12:46 Uhr
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17-04-2026-Hessen-Runkel-Polizeibeamte-sind-aktuell-noch-in-der-Naehe-der-Unfallstelle-zu-sehen-Bei-einem-Unfall-in-einer-Lederfabrik-und-Pelzgerberei-im-hessischen-Runkel-sind-am-Donnerstag-drei-Menschen-ums-Leben-gekommen-Die-Ermittlungen-gehen-weiter
Polizeibeamte im April in der Nähe der Unfallstelle. (Foto: dpa)

Wie es zu dem tragischen Arbeitsunfall in einer hessischen Fabrik kommen konnte, ist noch immer unklar. Nun verliert auch der letzte Beteiligte den Überlebenskampf.

Nach dem Unglück in einer Lederfabrik im hessischen Runkel ist laut Staatsanwaltschaft und Polizei ein fünfter Mensch im Krankenhaus gestorben. Drei weitere Beschäftigte des Betriebs waren bei dem Arbeitsunfall Mitte April tot in einer Grube der Fabrik gefunden worden, ein vierter starb Tage später ebenfalls in einer Klinik.

"Damit sind alle fünf Beteiligten tot", sagte ein Polizeisprecher. Bei dem fünften Toten handelt es sich um einen 60-jährigen Mann, der am Donnerstag in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlag. Er war ein Mitarbeiter einer Rohrreinigungsfirma aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur.

Rettungskräfte hatten am 16. April fünf Männer aus der Grube auf dem Gelände des Betriebs geholt. Drei von ihnen im Alter von 38, 58 und 59 Jahren starben noch vor Ort, die beiden anderen wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Einer von ihnen, ein 35 Jahre alter weiterer Mitarbeiter des Betriebs, starb vor gut einer Woche im Krankenhaus. Als Todesursache ergab die Obduktion eine Schwefelwasserstoffvergiftung. Schwefelwasserstoff in hoher Konzentration kann innerhalb kürzester Zeit zu Kollaps, Bewusstlosigkeit, Atemlähmung und Herzversagen führen.

Die Staatsanwaltschaft Limburg und das Polizeipräsidium Westhessen in Wiesbaden teilten mit: "Der genaue Unfallhergang ist weiterhin Teil der laufenden Ermittlungen." Es steht der Vorwurf der fahrlässigen Tötung im Raum. Entsprechende Ermittlungen würden gegen Unbekannt geführt, hatte zuvor ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Limburg mitgeteilt.

Fragen wie die, ob die Arbeiter beim Einstieg in die Grube Atemschutz und Schutzkleidung getragen hätten und ob und in welcher Form zu diesem Zeitpunkt Gasmessungen in der Grube durchgeführt worden seien, seien Gegenstand der Ermittlungen. Der folgenschwere Arbeitsunfall hatte in der 9.500-Einwohner-Stadt Runkel große Bestürzung und Anteilnahme ausgelöst.

Quelle: ntv.de, chl/dpa/AFP

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