Panorama

Überfälle auf Geldtransporter Gefasster Räuber ist Reemtsma-Entführer Drach

Mit Maschinengewehren bewaffnet überfallen mehrere Täter zwischen Anfang 2018 und Ende 2019 in Köln und Frankfurt drei Geldtransporter. Am Morgen kann die Polizei in den Niederlanden einen Räuber stellen. Es soll sich um den Reemtsma-Entführer Drach handeln.

Die Polizei in den Niederlanden hat einen Haftbefehl gegen einen 60-jährigen Deutschen vollstreckt, der an drei Raubüberfällen auf Geldtransporter in Köln und Frankfurt am Main beteiligt gewesen sein soll. Nach ntv-Informationen handelt es sich um Reemtsma-Entführer Thomas Drach. Ihm wird gemeinschaftlicher schwerer Raub in drei Fällen und ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen, teilt die Staatsanwaltschaft Köln ohne Nennung Drachs Namens mit. In welcher niederländischen Stadt der 60-Jährige aus dem Rheinland am Morgen festgenommen wurde, ist nicht bekannt.

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Überreste des Fluchtfahrzeugs: In diesem Audi wurde auch ein Sturmgewehr der Marke AK47 gefunden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Drach war vor neun Jahren aus der Haft entlassen worden und seitdem untergetaucht. Er hatte 1996 den Hamburger Millionär Jan Philipp Reemtsma entführt und damit einen Millionenbetrag erpresst. Nach zweijähriger Flucht wurde er verhaftet und kam ins Gefängnis.

Die Überfälle wurden im März 2018 in Köln-Godorf vor einem Ikea-Markt, im März 2019 am Flughafen Köln/Bonn und im November 2019 in Frankfurt am Main verübt. Bei dem Überfall am Flughafen in Köln/Bonn habe der 60-Jährige ein Maschinengewehr benutzt, erklären die Ermittler. Bei diesem Überfall und bei der Tat in Frankfurt seien zudem zwei Geldboten durch Schüsse schwer verletzt worden.

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Die Polizei sichert Spuren an dem Geldtransporter, der am Flughafen Köln/Bonn ausgeraubt wurde.

(Foto: picture alliance/dpa)

In allen drei Fällen hätten die Täter vor den Überfällen in den Niederlanden Autos gestohlen und seien mit falschen Kennzeichen geflüchtet, teilt die Staatsanwaltschaft weiter mit. Die Autos seien unweit des Tatortes angezündet und die Flucht mit einem bereitstehenden zweiten Fahrzeug fortgesetzt worden. Nach dem Raubüberfall am Flughafen Köln/Bonn konnte im ausgebrannten Fluchtwagen ein Sturmgewehr der Marke AK47 sichergestellt werden.

Keine RAF-Mitglieder

Bei der Auswertung der Videoaufzeichnungen des Raubüberfalls am Flughafen Köln/Bonn konnten die Ermittler einen Fluchtwagen identifizieren, mit dem die Täter in die Niederlande geflüchtet waren. Dieses Fahrzeug konnte sichergestellt werden.

Vermutungen, dass Mitglieder der ehemaligen Roten Armee Fraktion (RAF) an den Taten beteiligt gewesen sein könnten, haben sich laut Mitteilung in den Ermittlungen nicht bestätigt. Gegen den 60-jährigen Deutschen hatte die Staatsanwaltschaft Köln einen europäischen Haftbefehl erlassen. Die Auslieferung des Mannes nach Deutschland sei bereits beantragt.

Quelle: ntv.de, chr/dpa