Panorama

Vater quälte Baby zu TodeGericht verurteilt Mutter wegen Unterlassung

11.12.2017, 17:15 Uhr
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Für die Mutter des Kindes war es bereits die zweite Verurteilung. (Foto: dpa)

Stundenlang soll sie im Nebenzimmer gesessen haben, während ihr Mann das gemeinsame Kind misshandelte. Ein erstes Urteil gegen die Mutter fiel offenbar zu schwach aus. In einem zweiten Prozess wird sie nun zu einer höheren Strafe verurteilt.

Der Vater quälte und ermordete seinen nur wenige Tage alten Sohn, die Mutter nebenan im Schlafzimmer hörte die Schreie des Babys, tat aber nichts. Dafür hat das Landgericht Mönchengladbach die 27-Jährige zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Demzufolge muss die Mutter für drei Jahre und sechs Monate in Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung, beides durch Unterlassen.

Das Kind habe in der Oktobernacht 2015 um sein Leben geschrien. Die Mutter habe das "im Wesentlichen" gehört, aber über Stunden nichts unternommen - trotz der vielen Chancen, die sie gehabt habe, stellten die Richter fest. Sie habe damit rechnen müssen, dass ihr Mann den Säugling misshandelte und in Todesgefahr bringen würde. Trotzdem habe sie die Verletzungen des Kindes in Kauf genommen.

Der Vater des gemeinsamen Kindes wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Frau stand nach der Gewalttat zum zweiten Mal vor Gericht. Ein erstes Urteil gegen die 27-Jährige zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Misshandlung durch Unterlassen wurde aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft hatte beim Bundesgerichtshof Einspruch eingelegt, da sie sieben Jahre Haft wegen Totschlags durch Unterlassen gefordert hatte.

Quelle: lsc/dpa

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