Winterwetter hält vorerst an"Glatteis-Chaos" sorgt für viele Unfälle

In weiten Teilen Deutschlands fällt wieder Schnee und viel Regen, während die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Das bringt gefährliche Glätte mit sich. Rettungskräfte sind vielbeschäftigt.
Autofahrer und Fußgänger müssen sich im Berufsverkehr mitunter auf Glätte einstellen. Nachdem in der Nacht verbreitet geringer Schneefall oder gefrierende Nässe möglich war, erwarten Meteorologen tagsüber vor allem im Bergland sowie bei Dauerfrost im Norden und Osten weiterhin Glätte.
Im weiteren Tagesverlauf kann es insbesondere im Norden, Osten und Südosten noch einzelne Schneeschauer geben. Gebietsweise fallen wenige Zentimeter, im und ums Erzgebirge sowie im Bayerischen Wald sind fünf bis zehn Zentimeter möglich. Ansonsten erwarten die Meteorologen in der Osthälfte nur noch einzelne unergiebige Schneeschauer. Bevorzugt im Süden und Südwesten werden dagegen vereinzelte Gewitter mit Graupel und stärkere Böen nicht ausgeschlossen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen im Norden und in der Mitte bei minus 2 bis plus 2 Grad, im Süden und in Rheinnähe wird es mit 2 bis 7 Grad milder.
Wegen der Glätte und Nässe kam es in der Nacht in mehreren Bundesländern zu Unfällen auf Autobahnen. So mussten Teile der A2 und der A9 in Brandenburg nach Lkw-Unfällen auf schneebedeckten Fahrbahnen vorübergehend gesperrt werden. Auf beiden Strecken sei ein Lastwagen von der Spur abgekommen, habe sich gedreht und sei quer zur Fahrbahn stehen geblieben, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Die Unfälle ereigneten sich auf der A2 zwischen Wollin und Brandenburg in Richtung Berlin und auf der A9 zwischen Beelitz und Brück in Richtung Leipzig.
Mutmaßlich war die glatte Fahrbahn Grund für die Unfälle. Der Fahrer des auf der A2 verunglückten Sattelschleppers wurde leicht verletzt. Beide Lkw waren nicht mehr fahrbereit.
Schwerverletzte in Niedersachsen
Dramatischer verlief eine Kollision auf der A7 im niedersächsischen Landkreis Goslar. Bei einem schweren Verkehrsunfall mit zwei Autos und zwei Lastwagen wurden drei Menschen schwer verletzt. Mit Rettungshubschraubern und Krankenwagen wurden sie in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge verlor ein 58 Jahre alter Fahrer auf der regennassen Fahrbahn bei Seesen die Kontrolle über sein Auto und geriet ins Schleudern. Er und sein Beifahrer wurden schwer verletzt. Bei dem Versuch, dem schlitternden Fahrzeug auszuweichen, verlor der Lkw-Fahrer hinter ihm ebenfalls die Kontrolle über sein Fahrzeug, schleuderte über alle Spuren und krachte durch die Betonschutzwand. Der 26-jährige Brummifahrer wurde leicht verletzt.
In der Folge kam es schließlich zu noch einem Unfall: Ein weiterer Lastwagenfahrer fuhr mit seinem Gespann auf ein Auto auf, dessen Fahrerin ebenfalls versucht hatte, auszuweichen. Die 26 Jahre alte Autofahrerin wurde schwer verletzt, der 41 Jahre alte Lkw-Fahrer blieb unverletzt, sagte ein Sprecher.
Die Autobahn bleibt an der Anschlussstelle Rhüden in Fahrtrichtung Kassel mindestens bis 17 Uhr gesperrt. Der Asphalt muss herausgefräst und neu gemacht werden. Im Rückstau kam es außerdem zu mindestens drei weiteren leichten Verkehrsunfällen.
"Glatteis-Chaos" in Bayern
In Bayern sprach die Polizei von einem "Glatteis-Chaos": Wegen Glätte und der damit einhergehenden Unfallgefahr wurde die A3 bei Regensburg mitten im morgendlichen Berufsverkehr gesperrt. Einem Polizeisprecher zufolge kam es bereits seit der Nacht zu mehreren Unfällen. Dabei blieb es größtenteils bei Blechschäden. In der Nacht war etwa ein Auto wegen der Glätte bei Regensburg ins Schleudern geraten. Daraufhin fuhren drei Lastwagen gegen den auf der Fahrbahn stehenden Wagen, wobei der Fahrer leicht verletzt wurde.
Am frühen Morgen leiteten die Einsatzkräfte den Verkehr vorsichtshalber an der Anschlussstelle Laaber ab. Bis zum Autobahnkreuz bei Regensburg wurde die A3 gesperrt. Mehrere Streufahrzeuge, die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk rückten aus. Zum Teil standen die Streufahrzeuge jedoch auch im Stau.