Panorama

Ansturm auf Testcenter in Bayern Grenzkontrollen führen zu langen Staus

Coronatest-Hinweisschilder kurz hinter der deutsch-tschechischen Grenze. Foto: Armin Weigel/dpa

Unübersehbar: Coronatest-Hinweisschilder kurz hinter der deutsch-tschechischen Grenze.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Wer aus Hochrisikogebieten einreist, braucht einen negativen Corona-Test. An der tschechisch-bayerischen Grenze stürmen Reisende die Teststationen, es bilden sich lange Staus. Auch an den Flughäfen patrouilliert die Bundespolizei.

Wegen der strengeren Einreiseregeln für Menschen aus Tschechien nach Deutschland hat es an manchen Grenzübergängen in Bayern lange Schlangen an den Teststationen gegeben. So ließen sich etwa bis zum Mittag mehr als 1200 Grenzgänger im oberfränkischen Schirnding (Landkreis Wunsiedel) testen. Die Teststelle war für einen solchen Ansturm gar nicht vorbereitet.

"Trotz der bereits zum Freitag sowie für das Wochenende mehr als verdoppelten, und für den heutigen Sonntag weiter massiv erhöhten Kapazitäten, kam es zu langen Warteschlangen", teilte eine Sprecherin des Landratsamts mit. Ein Grund dafür sei gewesen, dass andere Teststationen entlang der deutsch-tschechischen Grenze am Sonntag nicht geöffnet hatten, weshalb viele auch aus anderen Regionen Schirnding angefahren hatten.

In sozialen Netzwerken waren Bilder der lange Schlangen zu sehen, einige Nutzer beschrieben die Situation als chaotisch und unverständlich. Wegen des Andrangs wurde die Teststelle im oberpfälzischen Waldsassen (Landkreis Tirschenreuth) kurzfristig geöffnet, wie die Sprecherin weiter mitteilte. Die Polizei sprach an den Teststellen von einem deutlich erhöhten Besucheraufkommen. Das Landratsamt Wunsiedel kündigte unterdessen an, am Montag zwei weitere Teststrecken in Schirnding zu eröffnen, um dem Andrang gerecht zu werden. Die Bundespolizei erhöhte die Zahl der Parkplätze. Der Landkreis orderte zusätzliche Schnelltests an die Grenze, um für den Montagmorgen gerüstet zu sein.

Bundespolizei verstärkt Kontrollen an Flughäfen

Hintergrund ist, dass seit Mitternacht für mehr als 20 Ländern mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen strengere Regeln bei der Einreise nach Deutschland gelten. Zu diesen Hochrisikogebieten zählen neben Tschechien auch die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA. Wer von dort einreisen will, muss an der Grenze einen negativen Corona-Test (PCR-Test oder Labor- oder Schnelltests vergleichbarer Qualität) vorweisen können. Er darf maximal 48 Stunden alt sein. Grenzgänger aus Risikogebieten, die keine Hochinzidenz- oder Virusvarianten-Gebiete sind, müssen weiterhin nur einmal pro Woche einen aktuellen Test vorlegen - das betrifft etwa Österreicher.

Am Flughafen München sollten im Laufe des Sonntags etwa 15 Flugzeuge aus Hochrisikogebieten landen, deren Passagiere von der Bundespolizei genauer in den Blick genommen werden sollen. Die Passagiere sollen direkt am Flugzeug kontrolliert werden. Die geringe Zahl der Flugzeuge, die kontrolliert werden sollen, ergebe sich aus dem ausgedünnten Winterflugplan sowie der ohnehin niedrigeren Zahl der Flüge durch die Corona-Pandemie. Grundsätzlich kündigte die Bundespolizei in Bayern angesichts der strengeren Einreiseregeln für Menschen aus Hochrisikoländern verschärfte Maßnahmen an. Es gebe intensivere Kontrollen und Fahndungen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in München. Details nannte er nicht.

Quelle: ntv.de, mau/dpa