Panorama

Fünf Verdächtige festgenommen Große Razzia bei Dynamo-Randalierern

Dynamofans randalieren vor dem Stadion. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Dynamo-Fans randalieren am 16. Mai vor dem Stadion.

(Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Im Mai randalieren Anhänger von Dynamo Dresden parallel zum Spiel gegen Türkgücü nahe des Stadions. Sie greifen Polizisten unter anderem mit Pyrotechnik an. Nun durchsucht die Polizei 56 Wohnungen. Sie nimmt fünf Personen fest, ermittelt aber gegen insgesamt 70.

Rund 800 Polizisten haben in Sachsen und Brandenburg Wohnungen von Tatverdächtigen von schweren Fußball-Krawallen durchsucht. Fünf dringend Tatverdächtige im Alter von 20 bis 31 Jahren wurden demnach festgenommen. Ein sechster Beschuldigter habe angekündigt, sich im Laufe des Tages stellen zu wollen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jürgen Schmidt. Die Haftvorführung dauere noch an. Insgesamt ermittelt die Polizei gegen 70 Personen.

Den bereits vorbestraften Männern werden Landfriedensbruch in besonders schwerem Fall, gefährliche Körperverletzung und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Sie sollen eine aktive Rolle bei den Ausschreitungen am Rande des Dynamo-Spiels am 16. Mai gespielt haben, vor allem an den Angriffen auf Polizisten beteiligt gewesen sein und Glasflaschen und andere Gegenstände geworfen haben. Laut Schmidt wurden damals 185 Beamte verletzt, 30 waren zeitweise dienstunfähig und 6 im Krankenhaus. "Ein derartiger Gewaltexzess bedarf einer konsequenten Antwort des Rechtsstaates, diese ist heute erfolgt", sagte er. "Es wird sicher nicht die letzte sein."

Seit dem frühen Morgen wurden laut Schmidt 56 Wohnungen - bis auf eine in Lauchhammer (Brandenburg) alle in Sachsen und die meisten in Dresden - durchsucht und zahlreiches Beweismaterial sichergestellt wie Kleidung, Pyrotechnik und Material zu deren Herstellung, Waffenattrappen sowie 46 Handys und Tablets.

Das Heimspiel von Drittligist Dynamo Dresden gegen Türkgücü München (4:0) fand wegen der Corona-Pandemie am 16. Mai ohne Publikum statt. Im nahe gelegenen Großen Garten hatten sich jedoch Tausende Menschen eingefunden, um den Aufstieg von Dresden in die 2. Bundesliga zu feiern. Noch während des Spiels griffen mehr als 500 gewaltbereite Fans Polizisten mit Pyrotechnik an, zudem flogen Flaschen und Steine. Am Mittwoch war ein erster Beschuldigter zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt worden.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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