Panorama

Krise lockt Erpresser an Hacker nehmen Krankenhäuser ins Visier

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Bis Anfang November gab es 43 erfolgreiche Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen.

(Foto: REUTERS)

Die Belastungen der Corona-Pandemie rufen auch Cyberkriminelle auf den Plan, die aus der Not Profit schlagen wollen. Kliniken und andere systemrelevante Einrichtungen werden verstärkt Zielscheibe von Attacken. Experten bemängeln Rückstände in der IT-Sicherheit.

Hacker dringen offenbar immer öfter in Computernetze von Krankenhäusern und anderen systemrelevanten Organisationen ein. So registrierte die Bundesregierung 2020 bis Anfang November 43 erfolgreiche Angriffe auf Gesundheitsdienstleister, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet. Das seien mehr als doppelt so viele wie im gesamten vergangenen Jahr.

Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, aus der die Zeitung zitiert. Oftmals geht es Cyberkriminellen darum, Daten der Kliniken und anderer Einrichtungen zu verschlüsseln und anschließend eine Art Lösegeld für die Freigabe zu verlangen. Aufsehen erregte etwa im September ein Hackerangriff auf die Düsseldorfer Uniklinik, infolgedessen eine Patientin starb.

Nicht nur Krankenhäuser sind von den Hacker-Attacken betroffen, sondern auch Energie- und Wasserversorger, Banken und Versicherungen sowie andere Organisationen. Insgesamt wurden nach Angaben der Zeitung bis Anfang November 171 erfolgreiche Angriffe auf Einrichtungen der sogenannten kritischen Infrastruktur gezählt. Im vergangenen Jahr waren es demnach 121, im Jahr davor 62.

"Es gibt immer wieder Angriffswellen auf bestimmte Bereiche. In der Corona-Zeit ist auch die Zahl der Angriffe auf Krankenhäuser gestiegen", sagte Isabel Münch, Expertin für kritische Infrastruktur im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, der Zeitung. "Die Krankenhäuser holen in Sachen IT-Sicherheit gerade auf, aber noch nicht jedes ist dort, wo es sein sollte. Mindestens 15 Prozent der IT-Investitionen müssen in die IT- und Cybersicherheit gehen."

Quelle: ntv.de, mdi/dpa