Panorama

Vermisstenfall Rebecca Haftbefehl gegen Schwager aufgehoben

Neue Entwicklung im Vermisstenfall Rebecca: Der bislang in Untersuchungshaft sitzende tatverdächtige Schwager kommt auf freien Fuß. Der Ermittlungsrichter hat "Zweifel am dringenden Tatverdacht". Rebecca wird seit mehr als einem Monat vermisst. Der Schwager bleibt Beschuldigter.

Im Berliner Vermisstenfall Rebecca ist der Haftbefehl gegen den Schwager des Mädchens aufgehoben worden. Grund sei, dass der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Tiergarten "aufgrund des gegenwärtigen Ermittlungsstands Zweifel am dringenden Tatverdacht" gegen den 27-Jährigen habe, teilte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft mit. Zuvor hatte die Anwältin des Mannes Haftbeschwere eingelegt.

Der Sprecher der Berliner Anklagebehörde, Martin Steltner, sagte n-tv, dass die Zweifel am dringenden Verdacht vertretbar seien. Deswegen werde die Staatsanwaltschaft nicht dagegen vorgehen. Gleichwohl bleibe der Schwager Beschuldigter. Einen anderen habe man nicht. Die Richtung der Ermittlungen ändere sich nicht. Man gehe davon aus, den Fall aufzuklären und Rebecca zu finden. Die Ermittlungen und die Suche nach der Schülerin dauerten mit unverändertem Aufwand und unveränderter Intensität an, sagte er weiter. Neue Erkenntnisse würden zum derzeitigen Zeitpunkt nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Berlin nicht vorliegen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, es gehe dabei auch immer um die Verhältnismäßigkeit zwischen der Schwere der Tat, der Dauer der Untersuchungshaft und der Beweislage.

In einem öffentlichen Statement berichtet Steltner: "Wir haben keine Erklärung, wo sich Rebecca aufhalten könnte." Die Ermittler hätten gegenwärtig nichts gefunden, dass den Tatverdacht weiter erhärtet. Auflagen gegen den Mann - dass er Berlin nicht verlassen darf oder sich täglich melden muss - wurden nicht verhängt. Das ist nur möglich, wenn ein Haftbefehl bestehen bleibt, es aber eine sogenannte Haftverschonung gibt.

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Bereits mehrfach hatte die Polizei Waldstücke in Brandenburg und einen See nach Rebecca abgesucht - ohne Ergebnis. Auch an diesem Freitag suchten Beamte nach dem vermissten Mädchen, am Nachmittag wurde die Suche aber eingestellt. Ob der Einsatz mit Spürhunden im Bereich des Scharmützelsees in Brandenburg neue Ansatzpunkte brachte, konnte eine Polizeisprecherin zunächst nicht sagen. Für das Wochenende habe die Mordkommission keine weitere Aktionen geplant - das könne sich aber ändern, falls es konkrete Hinweise gebe, hieß es weiter. Andernfalls werde am Montagmorgen über das weitere Vorgehen entschieden.

Bislang gingen rund 2000 Hinweise bei der Kriminalpolizei ein. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben nicht davon aus, das Mädchen lebend zu finden. Rebecca hatte sich am 18. Februar morgens bei ihrer Schwester und ihrem Schwager im Berliner Stadtteil Britz aufgehalten. Sie kam danach nicht zur Schule.

Der Schwager war zweimal von der Polizei festgenommen worden. Im ersten Fall am 28. Februar gab es keinen Haftbefehl. Erst im zweiten Anlauf ordnete ein Richter Anfang März Untersuchungshaft an. Sein Auto war den Ermittlungen zufolge durch eine Überwachungsanlage in Brandenburg erfasst worden - und zwar am Tag von Rebeccas Verschwinden sowie erneut am Tag danach.

Quelle: n-tv.de, sgu/hul/AFP/dpa

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